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Nach Randale in Düsseldorf: Hansa droht ein Geisterspiel

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erstellt am 09.Mai.2010 | 08:54 Uhr

Düssel-dorf/Rostock | Gestern Nachmittag 17.13 Uhr in Düsseldorf: Wiederholtes Abbrennen von Feuerwerks- sowie Knallkörpern führte in der 87. Minute beim Stand von 3:1 für die Gastgeber zu einem vorzeitigen Ende des Zweitliga-Duells zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC Hansa. Bereits zweimal hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark die Begegnung zuvor unterbrechen müssen und sich in der 83. Minute nur nach gutem Zureden von beiden Seiten, zu einer Fortführung durchgerungen. An einer Wertung der Partie zu Gunsten der Nordrhein-Westfalen dürfte kein Zweifel bestehen, so dass Hansa als 16. in die Abstiegs-Relegation gegen den Dritten der 3. Liga FC Ingolstadt muss.

Bereits am Sonnabend sorgten einige unverbesserliche Chaoten für Ausschreitungen in der Düsseldorfer Altstadt. 14 Polizisten wurden verletzt, 159 Personen festgenommen. Zu den Zwischenfällen war es gekommen als ungefähr 600 Rostocker gegen 22.30 Uhr von einer Bootstour auf dem Rhein zurückkehrten.

Gestern im Stadion gingen die Randale weiter. Aufgrund des Zündens von Knallkörpern verzögerte sich der Anpfiff, ehe der Referee bereits nach acht Minuten das Duell ein erstes Mal unterbrechen musste und die Teams in die Kabinen schickte. Im Gästefanblock loderte es und stiegen Rauchschwaden auf. Sogar FCH-Keeper Alexander Walke wurde in Mitleidenschaft gezogen, musste von Teamarzt Dr. Holger Strubelt an den Augen behandelt werden. Die Rostocker blieben auf dem Platz und versuchten ihre Anhänger zu beruhigen. "Mir fehlen die Worte. Ich bin traurig und enttäuscht. Sie haben sogar unseren eigenen Torwart verletzt. Das ist eine Selbstdarstellung und hat überhaupt nichts mit Fußballfans zu tun", sagte Hansa-Manager René Rydlewicz.

Erst nach 18 Minuten pfiff Stark das Duell wieder an. Dabei ließ er über den Sta-

dionlautsprecher verkünden, dass es bei einem erneuten Zwischenfall einen Spielabbruch geben werde.

Nur mit viel Wohlwollen vom Schiedsrichter kam es nicht dazu. Sieben Minuten vor Schluss flogen erneut Knallkörper, deutete Stark in Richtung Kabinengang und wollte die Partie beenden. Nur gutes Zureden von beiden Seiten führte zu einer Wiederaufnahme des Spiels. Bis 180 Sekunden später erneut eine Rauchbombe auf den Platz flog. Daraufhin wurde die Begegnung vorzeitig beendet.

Dem ostdeutschen Tradi-tionsclub droht als Wiederholungstäter eine harte Strafe. Regelmäßig gibt es Zwischenfälle bei Auswärtsauf-tritten der Kogge, werden in fremden Stadien pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Höchstwahrscheinlich werden keine Hansafans am Freitagabend im Relega-tionshinspiel in Ingolstadt zugelassen. Und auch im entscheidenden zweiten Duell am kommenden Montag in der DKB-Arena dürfte es große Einschränkungen geben. Sogar ein Geisterspiel droht

Dem Sport gehörte gestern die Nebenrolle. Bitter für die Rostocker: Trotz Schützenhilfe von der bereits abgestiegenen TuS Koblenz (1:1 beim FSV Frankfurt) versäumten sie es , wie schon am vergangenen Wochenende (zu Hause nur 0:0 gegen Cottbus) ihre Hausaufgaben zu machen. Schon in der ersten Hälfte gerieten die Hanseaten auf die Verliererstraße, präsentierten sich vor allem im Spielaufbau zu fehlerhaft, luden so die Gastgeber immer wieder zu schnellen Gegenstößen ein. Durch Tore von Gaus (11.) und Anderson (30.) führte Fortuna mit 2:0, ehe die Gäste nach Wiederanpfiff ihre beste Phase hatten. Nach Handspiel von Schwertfeger verwandelte Tim Sebastian den fällige Elfmeter - 1:2 (50.). Anschließend scheiterte Gardar Jóhannsson am Pfosten (54.), wurde Andreas Dahléns Versuch geblockt (56.). Unmittelbar im Gegenzug machte Harnik mit dem 3:1 alles klar.

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