Nach Bürgerbefragung in Prerow: Noch Hoffnung auf Bau einer Marina

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17. März 2008, 03:04 Uhr

Prerow - Prerows Bürgermeister Hans-Joachim Schumann (parteilos) hat nach dem Votum der Bürger für eine nicht förderfähige Hafenvariante die Hoffnung auf eine Marina auf Gemeindegebiet nicht aufgegeben. Am Donnerstag sei eine Sitzung des Gemeinderats, in der das Ergebnis der Befragung von Sonntag diskutiert werden soll, sagte Schumann am Montag. Danach werde entschieden, welche Variante dem Wirtschaftsministerium vorgelegt wird.

Mit absoluter Mehrheit hatten die Prerower am Sonntag für einen Sportboothafen auf der Boddenseite des Darß gestimmt. Dazu ist ein Durchstich von der Ostsee zum Bodden notwendig. Anders als Standorte an der Außenküste wolle das Land dies aber nicht fördern. Die Marina soll den Nothafen Darßer Ort ersetzen. Dieser ist bisher die einzige Anlegemöglichkeit für Schiffe zwischen Rostock und Barhöft bei Stralsund.

Schumann kritisierte erneut die Entscheidung, dass die Durchstich-Variante überhaupt zur Abstimmung stand. „Es gibt immer wieder Leute, die politischen Unfug produzieren. Das ist aber nicht rechtswidrig“, sagte er. Während für die beiden Küstenhäfen jeweils mit Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu rechnen ist, von denen 17 Millionen Euro gefördert würden, koste die Durchstich-Variante gut das Doppelte.

Das Schweriner Wirtschafsministerium wollte am Montag zum Verfahren in Prerow keine Stellung nehmen. „Wir warten auf die Post aus Prerow“, sagte ein Sprecher. Prerow ist in den Augen von Experten wie Touristik-Managern ein idealer Marina-Standort. Der Nothafen Darßer Ort soll trotz Protesten aufgegeben werden, seine Fahrrinne musste immer wieder ausgebaggert werden. Nach einem Beschluss des Landtags vom Dezember soll die versandete Zufahrt des Nothafens noch einmal ausgebaggert werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Die Kosten werden nach unterschiedlichen Quellen auf 100 000 bis 300 000 Euro geschätzt.

Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Zingst, Andreas Kuhn (CDU), zeigte sich vom Votum der Prerower überrascht. Die Durchstich- Variante passe zwar nicht ins Förderprogramm, mache mit Blick auf die Erschließung der südlichen Bodden-Region aber durchaus Sinn. Kuhn verwies auf einen Beschluss der Zingster Gemeinderates, nach dem er beauftragt sei, mit dem Wirtschaftsministerium über den Bau eines Hafens auf Zingster Gemeindegebiet zu verhandeln. Er wolle die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten, sagte er der dpa.

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