Mutter nach Babyleichen-Fund in Vechta wieder auf freiem Fuß

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08. April 2008, 01:15 Uhr

Oldenburg - Die nach dem Fund einer Babyleiche in Vechta am Montagabend festgenommene 24-Jährige ist wieder auf freiem Fuß. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Dienstag mitteilte, besteht derzeit kein dringender Verdacht auf Kindstötung. Die Angeklagte habe in der Vernehmung angegeben, das Kind im November 2007 in der Dusche geboren zu haben. Der Säugling habe nach der Geburt jedoch weder geschrien noch sich bewegt.

Die 24-Jährige gab laut Staatsanwaltschaft weiter an, das Kind anschließend ein Handtuch eingewickelt und in einer Reisetasche im Wald abgelegt zu haben. Dort war es am Samstagabend von einem Spaziergänger gefunden worden. Zudem habe die Frau ausgesagt, dass sie die Schwangerschaft zunächst sehr belastet habe, sie das Kind aber schließlich habe behalten wollen. Sie befinde sich auf eigenen Wunsch in psychiatrischer Behandlung.

Den Angaben zufolge konnte die Todesursache nach ersten Ergebnissen der Obduktion aufgrund der fortgeschrittenen Verwesung des Leichnams nicht festgestellt werden. Der kleine Junge dürfte zwar organisch lebensfähig gewesen sein, ob er nach der Geburt noch gelebt habe, sei weiter unklar. Um diese Fragen zu klären, seien weitere Untersuchungen nötig. Nach bisherigem Ermittlungsstand sei der Frau kein Tötungsvorsatz nachzuweisen, sagte die Sprecherin.

Nach dem Fund der Babyleiche am Samstagabend hatten zwei Dutzend Beamte am Sonntag das drei Hektar große Waldstück durchkämmt. Auf die Spur der 24-Jährigen kamen die Ermittler durch eine Quittung, die sich in der Sporttasche fand.

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