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Hobygeologe will Touristen nach Raben Steinfeld locken : Museum präsentiert alte Steine neu

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Mit 65 Jahren ist Reinhard Braasch im Rentenalter angekommen. Doch Langeweile kennt der Hobbygeologe nicht: Statt dessen hat er in den zurückliegenden Wochen die Sammlung in seinem Geologischen Museum erweitert.

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erstellt am 26.Feb.2013 | 08:55 Uhr

Raben Steinfeld | Mit 65 Jahren ist Reinhard Braasch im Rentenalter angekommen. Doch Langeweile kennt der Raben Steinfelder nicht. Der Hobbygeologe hat in den zurückliegenden Wochen die Sammlung in seinem Geologischen Museum erweitert und neu zusammengestellt. "Wenn wir Besuchern unsere Schätze zeigen und mehr Touristen an den Schweriner See locken wollen, müssen wir dafür auch etwas tun", ist der Raben Steinfelder überzeugt.

Seine Ausstellungen mit dem Schwerpunkt Sternberger Kuchen präsentiert Braasch bereits seit 2004 im Unterdorf. "Das beste Jahr bislang war 2009", blickt er zurück. "Da kamen durch die Buga in Schwerin auch viele Interessierte zu uns nach Raben Steinfeld." Und mehr noch: Zur Buga wurde im Oberdorf ein Findlingsgarten angelegt. Der Geologe Hans-Dieter Krienke hatte maßgeblichen Anteil an diesem Projekt der Gemeinde. Er sorgte dafür, dass 138 Findlinge ansprechend und auch für einen Laien gut verständlich präsentiert werden - für jedermann zugänglich.

Doch das allein reicht heute nicht mehr aus. "Die Besucher sollen ja auch wiederkommen und dann wollen sie sich nicht immer das Gleiche anschauen", ist Reinhard Braasch überzeugt. Also machte er sich daran, seine Sammlung zu ergänzen und neu zu präsentieren. Im Geologischen Museum sind jetzt Funde aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu sehen.

Einen breiten Raum dabei nimmt weiterhin der Sternberger Kuchen ein. Dieses Kalksandgestein mit seinen eingeschlossenen Schnecken, Muscheln, Seeigeln und Haifischzähnen ist älter als 20 Millionen Jahre und die geologische Besonderheit Westmecklenburgs. Die Eismassen der Weichseleiszeit, die vor mehr als 10 000 Jahren zu Ende ging, sorgten dafür, dass dieses Geschiebe aus den Tiefen der Erdkruste an die Oberfläche kam. Zugleich wurden im Eis die Findlinge aus Skandinavien in unsere Breitengrade gebracht. Ganz bewusst hat sich Braasch daher dazu entschieden, in seinem Museum nun auch Erläuterungen zur Eiszeit zu geben. "Das Anschauungsmaterial dazu durfte ich aus einem Buch von Rolf Reinicke entnehmen", betont der Raben Steinfelder.

Zudem zeigt Reinhard Braasch neben den Sternberger Kuchen auch Verwandte aus der Nachbarschaft: das Raben Steinfelder und auch das Zarrentiner Turritellengestein. Auch diese Kalksandsteine gehören zum Lokalgeschiebe, sie unterscheiden sich im Alter und bei den Einschlüssen vom Sternberger Kuchen. Das Raben Steinfelder Turritellengestein hatte Reinhard Braasch 2010 gemeinsam mit Dr. Wolfgang Zessin erstmals wissenschaftlich beschrieben - und so den Namen seines Heimatdorfes in der geologischen Fachliteratur verewigt.

Einen breiten Raum in der neu konzipierten Ausstellung nehmen jetzt weitere landestypische Funde ein: Feuersteine. "Einen Feuerstein hat wohl schon jeder Spaziergänger an der Ostsee oder auch im Binnenland gefunden", ist sich Braasch sicher. Wenn bei deren Entstehung vor 60 Millionen Jahren aber Schwämme, Seeigel, Muscheln oder auch Tintenfische eingeschlossen wurden, sind daraus echte Schmuckstücke geworden. "Die kristallinen Umwandlungen sind etwas ganz Besonderes", schwärmt Braasch. "Das sind unsere fossilen Edelsteine." Und zu echten Glanzstücken werden diese Feuersteine, wenn ein Fachmann wie Reinhard Braasch für den richtigen Schliff sorgt.

Ergänzt wird die Schau nun mit Stücken aus rotem und grauem Orthocern-Kalk. Auch darin sind einstige Meeresbewohner gefangen und versteinert worden. Doch auch Holz kann zu Stein werden. Solche Exponate von der Ostseeküste und aus Binnendünen zeigt Reinhard Braasch nun ebenfalls. Geöffnet hat das Museum im Unterdorf dienstags bis freitags jeweils von 10 bis 17 Uhr oder nach Absprache unter Telefon 03860-247.

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