zur Navigation springen

Gadebusch: Kunstfigur wird anlässlich des Münzfestes enthüllt : "Münzschläger" zieht ans Rathaus

vom

Die ehemalige Münzstadt erhält einen "Münzschläger". Am Sonnabend, 2. Juli, wird die Bronzeplastik an der Nordostseite des Gadebuscher Rathauses enthüllen.

svz.de von
erstellt am 21.Jun.2011 | 11:42 Uhr

Die ehemalige Münzstadt erhält einen "Münzschläger". Am Sonnabend, 2. Juli, werden Ideengeber Dr. Gerhard Schotte, Künstler Wolfgang Knorr, Vertreter der Stadt und Experten vom Münzkabinett die Bronzeplastik an der Nordostseite des Gadebuscher Rathauses enthüllen. Das Kunstwerk soll an die Geschichte der Kleinstadt als ehemals bedeutender Ort der Münzprägung (1542 bis 1624) im heutigen MV erinnern.

Vor der Präsentation erhält die 1,20 Meter hohe Statue ihren letzten Schliff beim Ganzower Natursteinunternehmen Meylahn. "Die Figur wird auf einen 80 Zentimeter hohen Granitsockel aus der schwedischen Region Bohus montiert", sagt Gerhard Schotte. Ein Stein, der vor mehr als 900 Millionen Jahren entstand.

Mit seinem wuchtigen Schlagarm wird der "Münzschläger" in jedem Fall ein Hingucker für Einheimische und Besucher. An Details mangelt es an der Statue nicht. "65 Kopien von Originalmünzen, die im Münzkabinett Schwerin lagern, zieren den Sockel", so Schotte. Er selber habe vor Ort Silikonabdrücke der Geldstücke für das Kunstwerk fertigen dürfen. Jedes geprägte und nun zur Zierde gegossene Zahlungsmittel hat seine eigene Geschichte. Dafür stehen die auf den Münzen dargestellten Personen der Zeitgeschichte wie "Albrecht der Schöne" (1542), sein Nachfolger Herzog Johann Albrecht I. oder Adolf Friedrich I., Herzog zu Mecklenburg. Das herzogliche Prägebild befindet sich im prüfenden Blick des "Münzschlägers", der dafür den Stempel hebt.

Adolf Friedrich I. war es auch, der den wohl bekanntesten Gadebuscher Münzschläger Simon Lüdemann als Fälscher mit dem Richtschwert hinrichten ließ, so Schotte. Das Richtschwert ist heute im Gadebuscher Museum zu sehen. Dafür ziert Fortuna, die Glücks- und Schicksalsgöttin, die Rückseite der Münze und die Statue. "Sie dürfen berührt werden. Vielleicht werden Brautpaare am Rathaus davon Gebrauch machen", sagt Schotte. Ob sich die Platzierung der Kunstfigur unweit der Dienstzimmer der Kämmerei wohltuend auf den Haushalt der Kleinstadt auswirkt, wird die Zukunft zeigen. Deuten lasse sich einiges, meint Gerhard Schotte. Nicht zuletzt verlieh Künstler Gerhard Knorr der Statue über dem linken Schulterblatt einen Flügel. Der durchaus eine Verbindung zur griechischen Mythologie darstellt. Eine Symbolik, die für den Römischen Gott Merkur, dem Gott des Handels und der Reisenden, spricht. Für eine Interpretation seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt, meint Schotte. Aber mit Sicherheit wünschen sich die Gadebuscher auch im 21. Jahrhundert eine gesunde Haushaltslage sowie erträglichen Handel.

Die Enthüllung der Bronzefigur findet zu Beginn des diesjährigen Münzfestes am Sonnabend, 2. Juli, um 11 Uhr am Rathaus Gadebusch statt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen