zur Navigation springen

Morgen Entscheidung im Dreikampf um die Winterspiele 2018 : Münchens Sehnsucht nach Olympia

vom

Olympia-Renaissance in München, Neuland in Pyeong chang oder dramatische Bergkulisse in Annecy: Das IOC muss sich bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 entscheiden.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2011 | 11:58 Uhr

Olympia-Renaissance in München, Neuland in Pyeong chang oder dramatische Bergkulisse in Annecy: Das IOC muss sich bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 für die Erweiterung der olympischen Welt oder das Festhalten an Bewährtem entscheiden.

Die Isar-Metropole geht mit den zweitbesten Vornoten hinter dem südkoreanischen Favoriten in den Schlussspurt des 44 Monate langen Bewerbungsmarathons. Annecy ist staunender Außenseiter. IOC-Präsident Jacques Rogge wird morgen gegen 17.25 Uhr im gigantischen "International Convention Center" in Durban den glücklichen Gewinner ausrufen.

"Wir sind angetreten, um zu siegen", verkündete Katarina Witt. Doch selbst Münchens wettkampfgestählte Chefrepräsentantin wird jeden Tag aufgeregter. Die Unberechenbarkeit der IOC-Mitglieder zerrt an den Nerven der zweifachen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin. Von Acapulco bis Togo ist sie ihnen nachgereist, von Belgrad bis Neukaledonien. Und nun bleiben lediglich ein paar Stunden, die letzten Unentschlossenen noch zu überzeugen. Bundespräsident Christian Wulff trifft heute in Durban ein. Zwei präsidiale Tage müssen reichen.

"Wir kommen uns wirklich vor wie vor einem olympischen Finale. Training und Testwettkämpfe haben wir hinter uns, aber jetzt wollen wir endlich raus und wollen auf den Platz", betonte der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach als IOC-Vize treibende Kraft der Münchner Bemühungen innerhalb der Ringe-Organisation. "Wir wollen raus und zeigen, was wir können, und hoffen dann, dass es reicht."

Nach den letzten deutschen Bewerbungspleiten mit Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012) hat sich München 2018 als klarer Gegenentwurf zu Pyeong chang positioniert.

Die Vorzüge des deutschen Großprojekts kann Witt längst im Schlaf referieren. Die Nachhaltigkeit des Olympia-Gastgebers von 1972, die revolutionären Umweltpläne, das wirtschaftliche Potenzial, die Wintersport-Begeisterung, die Tradition und die Tatsache, dass es seit 1936 in Garmisch-Partenkirchen keine Winterspiele mehr in Deutschland gegeben hat. Ein Zeitzeuge der Garmisch-Spiele soll bei der 45-minütigen Abschluss-Präsentation morgen die Leidenschaft der emotionalisierten Bewerbungsgesellschaft symbolisieren.

Das Milliarden-Unternehmen Winterspiele hat allen Kandidaten verheißungsvolle Versprechen entlockt. Münchens forsche Frontfrau forderte von den IOC-Funktionären vor allem Mut zu Visionen. "Es ist auch wichtig, das IOC zu überzeugen, dass es wichtig ist, sein Fundament zu erneuern", sagte Witt,

Diese erhoffte Rückkehr der olympischen Bewegung in die Heimat des Wintersports soll die Argumentation von Pyeongchang entscheidend schwächen. Geopolitische Gründe sprechen für die Südkoreaner, die noch nie Winterspiele ausrichten durften. Nach zwei gescheiterten Kandidaturen setzen sie auch im dritten Anlauf mit dem Konzept "Neue Horizonte" auf den ungesättigten Markt im bevölkerungsreichsten Kontinent Asien. Der "kompakteste Sportstätten-Plan der olympischen Geschichte" ist eine weitere Kernbotschaft, die Nähe zum explosiven Nordkorea und fehlende Wintersporttradition wirken als Minuspunkte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen