Müllberg ärgert Mieter : Müllbergwachstum Montag beendet

Dieter Drutschmann an dem stetig gewachsenen Sperrmüllhaufen vor seinem AufgangIlja Baatz
Dieter Drutschmann an dem stetig gewachsenen Sperrmüllhaufen vor seinem AufgangIlja Baatz

Dieter und Eva-Brigitta Drutschmann ärgern sich über den großen Müllberg, der seit mehr als drei Wochen in ihrem Wohngebiet Am Fuchsberg liegt und mehrere Quadratmeter des Grünstreifens unter sich begraben hat.

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19. November 2010, 07:47 Uhr

lübz | Dieter und Eva-Brigitta Drutschmann sind Menschen, die Ordnung mögen. Deshalb ärgern sie sich über den großen Müllberg, der seit mehr als drei Wochen vor ihrem Aufgang im Wohngebiet Am Fuchsberg liegt, mittlerweile mehrere Quadratmeter Sträucher des Grünstreifens unter sich begraben hat und langsam die Straße ansteuert: Weil immer wieder durchwühlt, verliert der Haufen beständig an Höhe und geht dafür immer mehr in die Breite. "Zudem fassen Nachbarn die Ansammlung als Einladung auf, ihren Mist auch gleich mit raufzuschmeißen", sagt der 78-Jährige.

Angefangen hatte alles mit wenigen Gegenständen aus der Wohnung einer alleinstehenden Frau, die umzog - bis dahin noch alles in Ordnung, weil bei Umzug oder Tod eine Sperrmüllabfuhr außerhalb der gesetzten Termine möglich ist. Sie wie auch das Dazulegen von Abfall auf einen bestehenden Haufen muss aber beim zuständigen Vermieter - in diesem Fall die Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz (WVL) - angemeldet werden. Das Thema Sperrmüll birgt unabhängig von geschildertem Fall immer wieder Brisanz. "Beim letzten Abfuhrtermin im Herbst haben wir zum Beispiel eine Fläche abgesperrt, um anzuzeigen, dass dort nichts abgelegt werden darf, weil der Müllwagen nicht in jede Ecke fährt", sagt WVL-Mitarbeiterin Hannelore Strosche. "Gekümmert hat sich darum kaum jemand. Wir haben dann dafür sorgen müssen, dass der niemandem zuzuordnende Müll verschwindet und wie vorgeschrieben an die Straße gestellt wird. Solche unnötigen Aktionen kosten Geld, das letztlich alle bezahlen müssen - auch die, die richtig handeln."

In erstgenanntem Fall erfuhr Dieter Drutschmann auf Nachfrage bei der WVL, dass sich der Abtransport wegen eines Technikschadens beim Entsorgungsbetrieb verzögere. "Das kann ja passieren und eine Woche zum Beispiel ist auch kein Problem", sagt er. "Aber dann hätte man einen anderen Wagen besorgen müssen und den Dreck hier nicht so lange liegen lassen dürfen. Wer etwas gebrauchen kann - in Ordnung. Aber viele, die vorbeikommen, kramen wild in dem Haufen herum, reißen Säcke und Kartons auf, verteilen den Inhalt in der Gegend. In unserem Aufgang ist die Welt noch in Ordnung, möchte ich mal sagen. Folglich sehen wir zu, dass auch vor der Tür alles in Ordnung bleibt. So etwas wie der Müll ärgert einen dann." Fest steht jetzt: Am Montag wird alles abgefahren.

Der Charakter des Miteinanders habe sich generell verändert, meint auch Drutsch-manns Frau. Von ihr gepflanzte Blumen wurden schon am selben Tag wieder aus der Erde herausgerissen, das Beschmieren der Außenwand des Blocks nimmt kein Ende und Inhalt wie Form mancher Antworten auf kleine Bitten verschlugen ihr die Sprache: "Ich gönne bestimmt niemandem etwas Schlechtes, aber heutzutage ist es leider oft so, dass erst etwas passieren muss, bevor es geändert wird. Wäre an dem breitgetretenen Dreckhaufen jemand gestolpert und hingefallen, sähe die Sache vermutlich anders aus. Dabei richtet sich unsere Kritik nicht in erster Linie gegen die Wohnungsgesellschaft, denn sie hat - das muss man fairerweise sagen - immer sofort reagiert, wenn es ein Problem gab."

Zu denken gibt dem Ehepaar noch ein ganz anderer Aspekt, den es mit Verschwendung umreißt. Beim Anblick von neuen, offensichtlich nicht ein einziges Mal getragenen Kinderschuhen, hochwertigem Spielzeug und ähnlichen Dingen lässt sich dies objektiv nachvollziehen.

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