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Mühsamer Kampf gegen Schneeverwehungen in MV

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erstellt am 11.Jan.2010 | 08:07 Uhr

Nach den heftigen Schneefällen und dem Sturm vom Wochenende hat sich die Lage in Mecklenburg-Vorpommern am Montag nur langsam normalisiert. Bis zu vier Meter hohe Schneewehen behinderten den Verkehr auf der Autobahn 20 zwischen Gützkow (Ostvorpommern) und Greifswald, wie die Polizei in Anklam mitteilte. Die Fahrbahn in Richtung Rostock/Lübeck musste mit Schneefräsen bearbeitet werden, die nur in Schritttempo vorwärtskamen.

Nach dem Ausfall einer Schneefräse musste die Autobahnmeisterei das Ziel aufgeben, die Fahrbahn bis 21.00 Uhr freizugeben, berichtete die Polizei. In der Gegenrichtung war die A 20 befahrbar. Die A 19 Rostock-Berlin ist am Abend zwischen den Anschlussstellen Kavelstorf und Laage in Richtung Berlin wegen Glätte gesperrt worden, teilte das Innenministerium mit. Auch zahlreiche Bahnstrecken waren noch gestört. Betroffen waren die Intercity-Linie Stralsund-Greifswald-Berlin und mehrere Regionalverbindungen.

Nach einem Tag „schneefrei“ müssen die fast 180 000 Schüler im Land von Dienstag an wieder in die Schule gehen. Nur dort, wo der öffentliche Nahverkehr nicht gewährleistet werden könne, seien die betroffenen Schüler vom Unterricht befreit, teilte das Bildungsministerium in Schwerin mit. Mit Einschränkungen des Schülerverkehrs ist nach Auskunft des Bildungsministeriums in den Kreisen Nordwestmecklenburg, Ostvorpommern, Nordvorpommern, Demmin, Mecklenburg-Strelitz, Müritz und Rügen zu rechnen.

Seit dem Wochenende saßen zwei Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB) bei Miltzow (Nordvorpommern) und Züssow (Ostvorpommern) in Schneewehen fest. Ein DB-Regionalzug war am Sonntag bei Ducherow in Ostvorpommern liegen geblieben. Die 30 Fahrgäste aus dem UBB-Zug in Miltzow waren bereits am Samstag eine dreiviertel Stunde nach dem Festfahren gerettet worden. Die 14 Fahrgäste des Regionalexpresses hatten am Sonntag nach Bahnangaben drei Stunden im kalten Zug ausharren müssen. Im dritten Zug hatten keine Passagiere gesessen. Die Strecken Stralsund-Greifswald-Pasewalk, Neubrandenburg-Güstrow und Sanitz-Tessin (Landkreis Bad Doberan) waren am Montag noch gesperrt. Die ICs von Stralsund und Greifswald nach Berlin wurden nach Angaben der Bahn umgeleitet. Zwischen Wolgast (Ostvorpommern) und Greifswald sowie zwischen Stralsund und Barth (Nordvorpommern) richtete die Bahn einen Schienenersatzverkehr ein. Auf weiteren Strecken gab es Verzögerungen und Zugausfälle.

Auch mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in Ostvorpommern und Nordwestmecklenburg waren am Montag noch oder nach wieder einsetzendem Schneefall erneut gesperrt. Betroffen waren unter anderem Abschnitte der Bundesstraßen 109, 100 und 111 in Ostvorpommern. Blockiert war auch die Landesstraße 01 zwischen Klütz und Wohlenberger Wiek (Nordwestmecklenburg). Dort waren am Sonntag rund 20 Autos im Schnee stecken geblieben. Am Montagnachmittag konnten Räumfahrzeuge die Autos befreien. Im Kreis Bad Doberan bleiben bis Dienstag einige Straßen wegen starker Schneeverwehungen gesperrt, unter anderem die Kreisstraße 2 zwischen Zweedorf und Sandhagen, die Straße von Retschow nach Bad Doberan und zwischen Rerik und Neubukow.

In den Landkreisen an der Ostseeküste fuhren zudem viele Busse nicht. In Nordvorpommern war der öffentliche Nahverkehr völlig eingestellt worden, wie das Innenministerium mitteilte. In den übrigen Landkreisen und kreisfreien Städten gebe es keine Behinderungen im Busverkehr. Der meiste Schnee liege in der Region Ostvorpommern mit Schneehöhen von bis zu 30 Zentimetern. Alle Ortschaften seien jedoch wieder erreichbar, wenn auch nicht immer auf den üblichen Wegen, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Der Krisenstab wollte am Dienstagmorgen noch einmal in Schwerin zusammenkommen.

Unterdessen normalisierte sich die Lage an den Küsten Mecklenburg- Vorpommerns weitgehend. An den meisten Zufahrten zu den Häfen sind die Eisdecken bis zu 15 Zentimeter dick. Damit hätten aber nur schwach motorisierte Schiffe Probleme, sagte Natalija Schmelzer vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock. Zwischen Rügen und Hiddensee verläuft die Schifffahrt in einer Rinne zwischen Schaprode und Vitte. Die Sturmflut vom Wochenende hinterließ nach ersten Erkenntnissen keine größeren Schäden. Nach Angaben des Chefs des Staatlichen Amts für Umwelt und Natur in Rostock, Hans-Joachim Meier, gab es an der Küste zwischen Rerik und Graal-Müritz einige Abbrüche. „Dass da etwas angeknabbert wird, ist aber völlig normal“, sagte er. Besonders eindrucksvoll seien die Abbrüche bei Markgrafenheide östlich von Rostock. Die Reederei Scandlines in Rostock meldete nach den Ausfällen vom Wochenende wieder normalen Verkehr auf allen Linien.

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