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Mühlenverein fühlt sich allein gelassen

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Wolfshagen | Weil monatlich mehr als 500 Euro in der Kasse des Fördervereins für die Wolfshagener Wassermühle fehlen, will der Verein drei geförderte Kommunalkombi-Stellen zum Jahresende kündigen und die Mitarbeiter nach Hause schicken. "Es gibt keine Unterstützung von der Gemeinde und auch nicht vom Landkreis. Wir haben über 80 Briefe mit der Bitte um Unterstützung verschickt und nicht eine Antwort erhalten", kritisiert Henry Kohlmetz, Vorsitzender des Fördervereins.

Das Problem sei, dass die Sicherung und Restaurierung der Wassermühle noch nicht so fortgeschritten ist, dass sie gewinnbringend genutzt werden kann. "Wir hätten fünf bis sechs Mieter. Auch ein Info punkt zum Königsgrab Seddin könnte hier entstehen und ein kleines Museum", zählt Kohlmetz auf. Ihn ärgert, dass die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) 30 000 Euro für ein Konzept ausgebe, bei dem Planer aus Berlin das Königsgrab touristisch entwickeln sollen. "Anstatt zu grübeln, was man auf dem freien Acker baut, hätte dieses Geld in die Mühle investiert werden können", so Kohlmetz. Die 17 000 Euro der Kommune für die Notsicherung der Mühle seien ein Tropfen auf den heißen Stein, denn inzwischen seien mehr als 50 000 Euro in die Sicherung der Mühle geflossen.

"Ich kann die Kritik des Vereinsvorsitzenden nicht nachvollziehen. Wir haben den Förderverein mehr als notwendig unterstützt, und das nicht nur mit 17 000 Euro aus dem eigenen Haushalt", weist Thomas Brandt, Bürgermeister von Groß Pankow (Prignitz), die Kritik zurück. Er wirft den Akteuren "blinden Aktionismus" vor. "Es gab viele Treffen mit dem Landkreis, der Denkmalbehörde, der Wasserbehörde und mit uns. Die Vereinsvertreter wollten Ratschläge einfach nicht annehmen und wissen alles besser", kontert Brandt.

So habe die Kommune bereits von Anfang an gesagt, dass die Anstauung der Stepenitz im FFH-Gebiet fast unmöglich sei. Die Staurechte seien nicht mehr vorhanden und damit der wirtschaftliche Betrieb einer Wasserturbine im Mühlengraben aussichtslos. Denn diese Turbine, so die Planungen des Vereins, sollte aus Wasserkraft Strom erzeugen. Mit dem Erlös aus dem eingespeisten Strom wollte sich der Förderverein finanzieren. Hinzu kam der Plan einer Solaranlage auf dem Dach der Mühle, die Sonnenlicht zu Strom und Strom zu Geld machen sollte. Mit der Absenkung der Einspeisevergütung durch den Bund gehe aber auch dieser Plan nicht auf, ärgert sich Kohlmetz.

Auch die Denkmalbehörde des Landkreises lässt sich fehlende Unterstützung nicht nachsagen. "Bis jetzt liegt uns kein Konzept des Vereins vor. Eigentlich dürfte dort gar nicht gearbeitet werden. Es geht nicht immer zwingend um eine Baugenehmigung. Aber das hebelt das Denkmalrecht nicht aus und dieses schreibt vor, dass für alle Arbeiten eine denkmalrechtliche Erlaubnis vorliegen muss. Die hat der Verein aber nicht. Wir sind an dem Thema dran und werden hier auch tätig werden", betont Edelgard Schimko, zuständige Geschäftsbereichsleiterin der Prignitzer Kreisverwaltung. Sie fordert den Verein auf, ein Sanierungskonzept vorzulegen, das dann nach dem Denkmalrecht geprüft werden muss. "Dann sind wir auch gern bereit, den Verein zu unterstützen und bei der Beantragung von Fördermitteln behilflich zu sein", so Schimko.

Die drei über Kommunalkombi in der Mühle Beschäftigten haben erst aus der Zeitung erfahren, dass ihre Arbeitsverhältnisse zum Jahresende aufgelöst werden sollen, und damit nach der Hälfte der eigentlich Zeit von drei Jahren. Die Vereinsführung habe mit ihnen darüber noch nicht gesprochen. Offensichtlich auch nicht mit dem Landkreis, der, so der Erste Beigeordnete Torsten Uhe, bis gestern keine Information hatte. "Sonst hätten wir ja schon einmal schauen können, ob wir die drei Beschäftigungsverhältnisse auf einen anderen Träger überleiten können, damit sie die vollen drei Jahre ein Anstellungsverhältnis haben", erklärt Uhe.

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erstellt am 22.Sep.2010 | 05:44 Uhr

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