Umfangreiche Pflegeaktion soll wertvollen Bestand retten : Motorsägen im Park von Wiligrad

Aus der 110 Jahre alten Platane direkt vor dem Wiligrader Schloss wird das Totholz entfernt. Bert Schüttpelz
Aus der 110 Jahre alten Platane direkt vor dem Wiligrader Schloss wird das Totholz entfernt. Bert Schüttpelz

Das Vogelgezwitscher im Park von Wiligrad wird vom Aufheulen einer Motorsäge unterbrochen. Am Werke sind Fachleute. Der Landschaftspark erhält eine umfangreiche Baumpflege.

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16. November 2010, 11:52 Uhr

"Wir haben in diesem Jahr ein umfassendes Baumschadenskataster für den Park erstellen lassen. Insgesamt sind 400 Bäume mit unterschiedlich starken Schäden ausgewiesen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um möglichst viele davon noch zu retten", sagt Gartenbau-Diplomingenieur Dietmar Braune, der im Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes für die großen Parkanlagen zuständig ist.

Nach einer Ausschreibung wurde eine erfahrene Spezialfirma, die Baumpflege Sievers, mit den Arbeiten betraut. Deren Hauptaufgabe besteht derzeit darin, Totholz zu entfernen, etwa aus der riesigen alten Platane direkt vor dem Schloss oder aus den Buchen am Steilhang. "Wir haben eine so genannte Verkehrssicherungspflicht. Von den Bäumen dürfen keine Gefahren für Spaziergänger ausgehen. Deshalb konzentrieren wir uns zunächst auf den Bewuchs an den Wanderwegen und Straßen", erläutert Braune.

Insgesamt seien etwa 40 Bäume schwer geschädigt, die nun durch Kronensicherung, Einkürzung und andere Pflegemaßnahmen gerettet werden sollen. 18 von ihnen haben allerdings keine Chance mehr und müssen gefällt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Rotbuchen aus dem waldartigen Bestand am Steilufer, die von Brandkrustenpilzen massiv befallen sind. Für die Mitarbeiter von Firmenchef Volker Sievers stellt dies eine echte Herausforderung dar. "Das Areal ist schwer zugänglich, wir kommen mit der Hubbühne nicht ran und werden wohl einen Telekran einsetzen müssen", sagt Sievers.

An anderen Stellen kommen seine Kletterer zum Einsatz. "Baumpflege in einem Park ist etwas ganz anderes als der Rückschnitt von Straßenbäumen. Hier müssen wir gestalterisch wirken, denn schließlich soll jeder Baum auch nach dem Pflegeschnitt ästhetisch aussehen", erläutert der Diplom-Ingenieur und Fachwirt für Baumsanierung die besondere Herausforderung.

Bis Weihnachten sollen die Arbeiten beendet, das Totholz entfernt und die Äste geschreddert sein. Es wird keine großflächigen Sperrungen geben, sondern immer nur dort, wo gerade gearbeitet wird, verspricht Braune. Ergänzend fügt er hinzu: "Mit der eigent lichen Sanierung der historischen Parkanlagen werden wir aber erst im nächsten Jahr beginnen."

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