Projekt-Auftakt im Mankmooser Holz bei Qualitz : Moor renaturieren zum Klimaschutz

Landwirtschaftsminister Till Backhaus nimmt zusammen mit Sven Blomeyer vom Landesforst (l.) und Josef Wolf von den Schweriner Stadtwerken den ersten Spatenstich an dem Projekt  vor. Evelyn Bubber-Menzel
Landwirtschaftsminister Till Backhaus nimmt zusammen mit Sven Blomeyer vom Landesforst (l.) und Josef Wolf von den Schweriner Stadtwerken den ersten Spatenstich an dem Projekt vor. Evelyn Bubber-Menzel

Mit dem ersten gemeinsamen Spatenstich gestern Nachmittag gaben Politiker, Unternehmer und Forstleute den Auftakt zur Renaturierung des Stubbenbrooker Niedermoors im Schlemminer Forst.

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02. November 2012, 09:16 Uhr

Das vor Jahrzehnten trocken gelegte Stubbenbrooker Niedermoor im Mankmooser Holz bei Qualitz soll renaturiert werden. Auf einer Fläche von 4,8 Hektar soll das Waldgebiet im Schlemminer Forst so mit Wasser durchnässt werden, dass es wieder ein Moorgebiet im eigentlichen Sinne wird.

Mit dem ersten Spatenstich bzw. zuvor mit den ersten bewegten Baggerschaufeln Erde gab Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gestern Nachmittag im herbstlichen Wald zusammen mit Partnern des Projektes den Auftakt zu dieser Renaturierungsmaßnahme. Mit zur symbolischen Schaufel griffen dabei auch Dr. Josef Wolf, Geschäftsführer der beteiligten Stadtwerke Schwerin, sowie Sven Blomeyer, Vorstand des Landesforstes Mecklenburg-Vorpommern.

Mit dem Baubeginn zur Moorrenaturierung im Naturpark Sternberger Seenland nehmen Politik, Wirtschaft und Verbraucher gemeinsam eine Hürde im Kampf gegen den Klimawandel. Belasten doch trocken gelegte Moore durch einen hohen Kohlendioxidausstoß beträchtlich die Umwelt. Dem soll mit der nun in Angriff genommenen Baumaßnahme zur Wiedervernässung des Gebietes ein Riegel vorgeschoben werden. Außerdem gehe es beim Wiederaufbau einer intakten Moorlandschaft um die Verbesserung der Artenvielfalt in dem Gebiet und des Landschaftswasserhaushaltes.

Mecklenburg-Vorpommern sei mit 300 000 Hektar Mooren eines der moorreichsten Bundesländer, aber nur etwa 39 000 Hektar davon seien noch naturnah, sagt Landwirtschaftsminister Backhaus. "Der überwiegende Teil wurde entwässert und wird mehr oder weniger intensiv bewirtschaftet." Die damit verbundene Absenkung der Wasserstände habe zu einem "erheblichen Abbau des Moorkörpers" geführt und diese gehe mit einer "erheblichen Kohlendioxidemission einher". Jährlich werden allein in Mecklenburg-Vorpommern infolgedessen 6,2 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente ausgestoßen, die die Atmosphäre belasten und den Klimawandel negativ beeinflussen. "Durch die dauerhafte Anhebung des Wasserstandes in den Mooren lassen sich die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren", so Backhaus. "Außerdem filtern Moore Nährstoffe aus dem durchfließenden Wasser und tragen so zur Verbesserung der Wasserqualität bzw. Reinhaltung von Seen und Flüssen bei."

Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei die Ansiedlung von moortypischen Pflanzen und die Schaffung von neuem Lebensraum für inzwischen selten gewordene Tiere.

Um die Vernässung des Gebietes zu fördern, werden in fünf Teilabschnitten Gräben verschlossen und drei Stauanlagen gebaut, die das Wasser zurückhalten. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf rund 25 000 Euro.

"Wir werden uns im Umwelt- und Klimaschutz weiter engagieren und uns für den Schutz und die Wiederherstellung von natürlichem Lebensraum stark machen", denn dies werde sich früher oder später auch für ihre Kunden auszahlen, meint Dr. Wolf von den Stadtwerken Schwerin. "Wir machen da gerne mit", sagt er. Um die Regeneration des Moores erlebbarer zu machen, wird in dem Gebiet ein Lehrpfad angelegt, der durch die Naturparkverwaltung Sternberger Seenland geschaffen wird.

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