zur Navigation springen

Ratgeber: Neues Internetportal freigeschaltet : Mogelei bei Lebensmitteln melden

vom

Kalbswürstchen mit viel Schweinefleisch, angebliche Vitaminbomben: Irreführende Angaben auf Lebensmittelpackungen können Kunden jetzt an ein Internetportal der Verbraucherzentralen melden.

svz.de von
erstellt am 21.Jul.2011 | 11:23 Uhr

Kalbswürstchen mit viel Schweinefleisch, angebliche Vitaminbomben, Käsevariationen ohne Milch: Irreführende Angaben auf Lebensmittelpackungen können Kunden jetzt an ein neues Internetportal der Verbraucherzentralen melden. "Was drauf steht, muss auch drin sein. Darauf wollen sich die Kunden beim Einkauf verlassen können", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) gestern zum Start der Seite "Lebensmittelklarheit.de", die kurz nach dem Freischalten wegen Überlastung in die Knie ging. Bis zu 20 000 Anfragen pro Sekunde registrierte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) bei lebensmittelklarheit.de. Hier eine Übersicht, wie das Portal funktioniert.

Wie können sich Verbraucher beschweren?
Sie erklären, wodurch sie sich bei der Kennzeichnung und Aufmachung eines bestimmten Lebensmittels getäuscht fühlen. Dazu melden sie ein konkretes Produkt über ein Formular (auf der Internetseite unter "Produkte melden" zu finden) an die Portalbetreiber. Alternativ können sie sich aber auch an ihre lokale Verbraucherzentrale wenden. Sie reicht die Beispiele an den Portalbetreiber weiter.


Was geschieht mit den Beschwerden?
Erst einmal werden die betroffenen Unternehmen von der Redaktion des Portals gebeten, dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Außerdem nimmt die Redaktion selbst eine Einschätzung vor. Erst nach dieser Prüfung werden die Verbraucherbeschwerde sowie die Stellungnahmen des Unternehmens und der Internetredaktion in das Portals eingestellt.

Werden alle beschwerden veröffentlicht?
Nicht alle Produktmeldungen sind für eine Veröffentlichung im Portal geeignet. Manchmal passen Beschwerden thematisch nicht, beispielsweise Mängel aus dem Bereich der Lebensmittelhygiene. Außerdem nicht eingestellt werden abwegige Täuschungsvorwürfe und Beschwerden, die die federführende Verbraucherzentrale Hessen nicht bearbeiten kann, weil zum Beispiel Laboruntersuchungen notwendig wären. In diesem Fall wird die Lebensmittelüberwachung informiert.

Werden einzelne Produkte an den Pranger gestellt?
Nein, in dem Internetportal sollen Verbraucher und Lebensmittelhersteller die Möglichkeit zum Meinungsaustausch bekommen. Im Diskussionsbereich werden nur zeitlich begrenzte problembezogene Chats angeboten. Diese werden durch die Internetredaktion moderiert. Produktwerbungen, verunglimpfende Beiträge oder anderweitige unangebrachte Äußerungen werden von den Portalbetreibern nicht gebilligt und umgehend unterbunden.

Bleibt ein Produkt für immer auf der Internetseite?
Nein, Veränderungen werden auf der Internetseite direkt bei der Darstellung des Produktes dokumentiert und erläutert. Das Produkt wird dann in einen separaten Teil "Geändert" verschoben. Hersteller, die gewillt sind, die Kennzeichnung und Aufmachung ihrer Produkte verbraucherfreundlicher zu machen, können also eine entsprechende Öffentlichkeit erfahren.

Und wenn sich ein Anbieter an die Vorschriften hält?
Produkte, bei denen sich der Anbieter an alle Vorschriften hält, die Verbraucher sich aber trotzdem getäuscht fühlen, werden von der Internetredaktion erst einmal geprüft. Dann werden sie ohne Nennung des Herstellers in den produktbezogenen Bereich des Portals unter "Erlaubt!" eingestellt. Ein Beispiel dafür sind Kalbswiener, die nur 15 Prozent Kalb- und sonst Schweinefleisch enthalten, aber trotzdem die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse erfüllen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen