Möhren statt Pommes: Kurs für dicke und fettleibige Kinder

Jede Woche werden die Kinde gewogen. Julia Laubner (9) hat wieder ein bisschen abgenommen. Ihr Ziel sind zehn Kilo weniger. Anke Doll notiert und wertet aus. Foto: Regina Mai
Jede Woche werden die Kinde gewogen. Julia Laubner (9) hat wieder ein bisschen abgenommen. Ihr Ziel sind zehn Kilo weniger. Anke Doll notiert und wertet aus. Foto: Regina Mai

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17. März 2008, 09:14 Uhr

Güstrow - „Ich will zehn Kilo abnehmen“, hat Julia Laubner (9) aus Schwiggerow ein festes Ziel vor Augen. Seit Januar besucht sie den Kurs im IB, hat Spaß am Sport, lernt, dass Obst und Gemüse wichtige Bausteine der Ernährung sind und quält sich mit dem autogenen Training. „Viele Kinder schlafen mit dem Fernseher ein. Die Flut von Informationen lässt sie nicht zu Ruhe kommen“, hat Anke Doll erfahren. Autogenes Training setzt der Kurs dagegen.

„Durchschnittlich konnten die Kinder ihren Body-Maß-Index, errechnet aus Größe und Gewicht, um zwei Punkte senken“, resümiert die Kursleiterin nach knapp einem Jahr. Das Gewicht sei nicht das Maß aller Dinge. „Es sind Kinder im Wachstum“, erklärt die Kursleiterin. Wer zehn Zentimeter wächst und dabei nicht zunimmt, ist auf dem richtigen Weg.

Für Kinder zwischen sechs und 16 Jahre startete der Kurs vor einem Jahr. Nicht alle zwölf Teilnehmer hielten durch, neue kamen hinzu. „Der Kurs ist so angelegt, dass ein laufender Einstieg möglich ist“, betont Anke Doll (zu erreichen im IB, Telefon 0 38 43/8 55 30). Meist wären es die Kinderärzte, die den Kurs empfehlen. „Viele Krankenkassen, aber nicht alle, unterstützen den Kurs“, freut sich die Kursleiterin, dass dieser zu Beginn völlig offene Punkt geklärt werden konnte.

Ohne die Hilfe der Eltern geht gar nichts
Die Kinder lernen, dass Sport Spaß macht. Sie gehen gemeinsam einkaufen und kochen zusammen. Das mentale Training hilft ihren, den Wert von gesunder Ernährung und Bewegung auf Dauer zu verinnerlichen. Und schon die ersten Erfolge, so beobachtet Anke Doll, helfen das Selbstbewusstsein zu steigern. „Aber das alles funktioniert nur mit Unterstützung der Eltern“, betont die Kursleiterin. Die jetzt schon praktizierten Elternabende würden nicht ausreichen. Künftig soll nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit den Eltern gekocht werden. Als Problem macht die Kursleiterin auch das Schulessen aus. Zu viel und zu fett, meint Anke Doll.

Mit Geduld und Überzeugung abnehmen
Yvonne Broßmann gehört mit ihrem Sohn Tim (8) zu den ganz Entschlossenen. „Kinder werden nicht dick geboren, wir machen sie dick“, nimmt die Mutter ein gut Teil Schuld auf sich. Anfangs sei sie enttäuscht gewesen, dass die Pfunde bei ihrem Sohn nicht gleich purzelten. „Ich lerne jetzt geduldig zu sein“, sagt Yvonne Broßmann. Besonders schätzt sie das Verständnis, das das Kursteam (Ernährungsberaterin, Sportlehrerin, Kinderärztin und Mental-Trainerin), den Eltern entgegenbringt. Schließlich müsse sie wie ihr Sohn lernen, wie man sich gesund ernährt und dabei konsequent ist.

Übrigens wird den Kindern nach Absolvierung des Jahres-Kurses für einige Monate eine Nachkontrolle angeboten.

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