Modellmoor vor der Haustür

Ausflug in das heutige Neuendorfer Moor: Amtsleiter Klaus Jarmatz (rechts) führte seine Gäste gestern nach der Auftaktkonferenz sicher auf den an einigen Stellen schwankenden Boden. Foto: Bohlmann
Ausflug in das heutige Neuendorfer Moor: Amtsleiter Klaus Jarmatz (rechts) führte seine Gäste gestern nach der Auftaktkonferenz sicher auf den an einigen Stellen schwankenden Boden. Foto: Bohlmann

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12. März 2008, 07:39 Uhr

Zarrentin - Es geht um eine Fläche von 115 Hektar, es geht um neue Wasserläufe, Vernässung, einen Bypass, um 300 Schmetterlingsarten, 152 Arten von Käfern und es geht vor allem um Kohlendioxid, Methan- und Lachgas. Was unter der Regie des Biosphärenamtes mit Sitz in Zarrentin zusammen mit dem Umweltministerien, der Firma Honda und viele Experten da vorbereitet wurde, gehört zu wichtigen Projekten in Sachen Umweltschutz. Denn die alten Moorflächen, die oft nicht mehr als solche erkennbar sind, können wahre Meister im Speichern umweltschädlicher Gase sein. Doch dafür müssen sie im besten Sinne des Wortes auch funktionieren können.

Im Neuendorfer Moor, in dem bis 1972 auch noch Torf abgebaut wurde, wird das nun mit großem Aufwand umgesetzt. Entsprechend feierlich und groß war der Aufwand, der zur gestrigen Auftaktkonferenz betrieben wurde. Nicht nur Umweltminister Till Backhaus hatte sich auf die Rednerliste setzen lassen, auch Jürgen Krantz von „Honda Motor Europe“ sprach vor den Experten und Gästen, die gestern ins Pahlhuus eingeladen waren.

Die Renaturierung des Moores ist ein Ergebnis der Kooperation zwischen den UNESCO-Biosphärenreservaten und dem japanischen Hersteller. Ein Zeichen dafür, wie wichtig auch großen Firmen die Mitarbeit bei konkreten Umweltschutzprojekten geworden ist. Das Neuendorfer Moor wird, wenn es wieder vernässt ist, zwar nicht das Weltklima retten können, doch das unter Zarrentiner Führung vorbereitete Projekt hat das Zeug zum Modell und das weltweit.

Denn das Vorhaben, das 725 000 Euro kostet, ist alles andere als einfach. Einfach Schleusen öffnen und das Wasser laufen zu lassen, ist zu simpel. Der gesamte Wasserhaushalt des Gebietes muss neu aber dennoch behutsam reguliert werden. Erst dann kann das Moorgebiet, das heute meist bewaldet ist, nach und nach seine Funktion wieder übernehmen.

Besonders positiv fiel bei der Vorbereitung auf, dass es in diesem Fall gelang, alle Betroffenen in der Umgebung des Moorgebietes nicht nur einzubinden, sondern die Renaturierung auch mit deren Zustimmung zu betreiben. Allein 224 000 Euro werden für den Flächenankauf verwendet. Sollte das Projekt in einigen Jahren gelingen, so könnten Zarrentin und Neuendorf Anlaufpunkte für Moorschützer werden.

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