MK Airlines wieder in der Luft

Die steigenden Kerosinkosten machen kleineren Fluggesellschaften das Leben schwer. Die Parchim anfliegende MK Airlines hatte deshalb seit 10. Juni den Flugbetrieb eingestellt. Jetzt sind neue Investoren an Bord, am Sonntag flog MK wieder Parchim an.

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25. Juni 2008, 10:28 Uhr

Parchim - Die erste Boeing 747-200F nach dem Neustart des Unternehmens schwebte aus Urumchi im Nordwesten Chinas kommend nach Parchim ein und flog weiter nach Luxemburg. Schon im SVZ-Interview hatte Jonathan Pang, Chef des Logistikunternehmens Link Global, den Vorteil der Urumchi-Parchim-Linie benannt: unschlagbar günstige Kosten.

Genau dieser Faktor hatte die auch für Link-Global fliegende MK Airlines, dessen Maschinen die Parchimer oft am Himmel über der Stadt sehen, auf den Boden geholt. MK war nicht die einzige Frachtfluggesellschaft, die über die explodierenden Kerosinpreise stolperte. Das Problem: Kleinere Frachtflieger nutzen oft eine veraltete Flotte. Zwar in der Anschaffung billig, erweisen sich die Oldtimer allerdings als wahre Kerosinfresser. Ein Branchendienst hat den Unterschied ausgerechnet. Ein Boeing 747-200F Jumbo, wie MK ihn fliegt, ist pro Flug von Luxemburg nach Hongkong 80 000 Dollar teurer als eine modernere 747-400F. So sollen es auch nicht bezahlte Kerosinrechnungen gewesen sein, die MK zunächst straucheln ließen. Bis zum Wochenende fotografierten so genannte Spotter noch die in Reihe aufgestellte MK-Flotte im belgischen Ostende.

Anders als andere Gesellschaften, hat das 1990 in Ghana gegründete, jetzt in Großbritannien registrierte Unternehmen aber offenbar die Kurve gekriegt. Die niederländische Luchtvaart Nieuws und die britische Aircargo News berichten übereinstimmend, dass eine internationale Investorengruppe frisches Geld in MK Airlines gepumpt und Gespräche mit den Gläubigern aufgenommen habe. Demnach handele es sich um ein langfristiges Engagement mit dem Ziel, effizientere Flugzeuge kaufen zu können. MK-Gründer Mike Kruger betont, er habe schon seit geraumer Zeit Gespräche mit Investoren geführt. Branchenkreise sehen jetzt MK Airlines auf einem guten Weg und prognostizieren der Airline beste Chancen, sich als Carrier für alle Luftfrachtarten zu positionieren.

Der Wiederaufstieg von MK ist damit auch eine gute Nachricht für den Parchimer Flughafen. Bis auf das Debut im Jahr 2007 haben sich die Flieger als zuverlässig und pünktlich erwiesen – am 5. Juni landete die Urumchi-Maschine fast minutengenau. Zudem nutzt der große internationale Schweizer Spediteur Panalpina MK stark, was dem Parchimer Drehkreuz weitere Fracht bescheren könnte. Schon jetzt zeichet sich die Linienverbindung Urumchi – Parchim – Luxemburg ab. Nach dem Eingang der ersten Kaufrate wäre das eine weitere gute Nachricht für Investor Jonathan Pang sein.

Die Stippvisite der spanischen Pronair dürfte sich demgegenüber nicht wiederholen. Wie in Parchim zu hören ist, war die Crew abgeflogen, ohne ihre Rechnungen bei Gastronomen der Stadt zu bezahlen...

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