Mit Wellen über die Elbe

Freude gestern in Dresden: Die Bürogemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner mit Sitz in Elbflorenz konnte sich mit dem Architekten Jean-Jaques Zimmermann gegen die Konkurrenz durchsetzen und siegt im Wettbewerb um die Strombrücke, auf der die A 14 die Elbe queren wird.

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28. März 2008, 07:02 Uhr

Wittenberge - Für das Dresdener Büro bedeutet das einen millionenschweren Auftrag, für die Wittenberger eine Brücke, in deren Mitte eine wellenförmige Konstruktion die Richtungsfahrbahnen trennt.

Es war zwar kein Schönheitswettbewerb, aber die Optik spielt schon eine herausragende Rolle. Deshalb saßen in der Jury, die am Donnerstagnachmittag in Berlin zur Autobahnbrücke A 14 über die Elbe entschied, neben den sechs Fachrichtern, die sozusagen für das tragende Element zuständig waren, auch fünf Sachjuroren. Zwei der Fünf kamen aus der Prignitz: Landrat Hans Lange und Wittenberges Bürgermeister Klaus Petry durften mitentscheiden.

Wer die Wahl hat, hat auch die Qual: Soll es eine Brücke mit Schrägpylon sein? Oder passt die mit dem stilisierten Segel besser? Um den Sieg und damit um den Bauauftrag bewarb sich auch ein Büro, das auf eine von Zügeln gehaltene Konstruktion setzt. 28 Ingenieurbüros nahmen gemeinsam mit Architekten an dem von der DEGES, Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, ausgelobten Wettbewerb teil. Fünf Entwürfe kamen in die engere Wahl.

Dr. Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Jurymitglied, lobt die Siegerkonstruktion als „überzeugenden Entwurf“. Er unterstreicht: „Die neue Elbbrücke ist ein Merkzeichen und hält sich dennoch zurück.“ Mit der eleganten Konstruktion und der damit erreichten schlanken Ausbildung füge sich das neue Bauwerk in die großartige Elblandschaft ein. „Die Brücke setzt Akzente, unterstreicht die Identität dieses Abschnittes der Elblandschaft und erlaubt es auch den Autofahrern, die Landschaft zu erleben.“ „Die Erlebbarkeit von Strom und Aue war uns wichtig“, sagt auch Rolf Jung vom prämierten Konstruktionsbüro in Dresden. Es werde eine Lärmschutzwand geben, aber eine durchsichtige, so dass man auch etwas von der Brücke sehe.
Wittenberges Bürgermeister Petry ist von dem Entwurf Leonhardt, Andrä und Partner mit dem Architekten Jean-Jaques Zimmermann überzeugt worden: „Es ist keine Nullachtfünfzehn-Brücke, sie hat Charme und ist mit der Wellenkonstruktion in der Mitte etwas Besonderes“, begründet er sein Votum.
Leonhardt, Andrä und Partner ist eine weltweit agierende GmbH. Ingenieur aus diesem Haus haben Brücke über den Orinoko ebenso geplant wie in Norwegen und Malaysia. Eine Brücke aber steht auch ganz hier in der Nähe: Sie überspannt die Elbe bei Tangermünde.

Zwei Brücken in Zahlen:

Die A14-Strombrücke mit 700 Meter Länge ist Teil der Elbequerung, die insgesamt über 50 Millionen Euro kosten wird.
Baubeginn soll nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens voraussichtlich 2010 sein.
Sie verläuft stromab parallel zur Straßenbrücke B 189, die vor 30 Jahren am 21. Juli 1978 fertig wurde.
Die B 189-Brücke ist insgesamt 1100 Meter lang und war bei ihrem Bau das größte Ganzstahl-Bauwerk in der DDR über einen Strom.
Die Brücke wird von 16 Pfeilern getragen, der größte Pfeilerabstand für die Schifffahrt beträgt 160 Meter.

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