Mit voller Halle Sensation schaffen

Hoffentlich können die SSC-Volleyballerinnen heute nach dem EC-Spiel gegen Busto Arsizio mit ihren Fans auch so jubeln wie in der Runde zuvor  gegen Dynamo Bukarest.Reinhard Klawitter
Hoffentlich können die SSC-Volleyballerinnen heute nach dem EC-Spiel gegen Busto Arsizio mit ihren Fans auch so jubeln wie in der Runde zuvor gegen Dynamo Bukarest.Reinhard Klawitter

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23. Februar 2010, 09:27 Uhr

Schwerin | Wenn die Volleyballerinnen des Schweriner SC heute um 19 Uhr gegen Busto Arsizio in der Sport- und Kongresshalle zum Viertelfinal-Rückspiel des CEV-Pokals antreten, dann ist das mittlerweile in der langen Europapokal-Tradition der Mecklenburgerinnen der sage und schreibe 155. Auftritt auf europäischer Bühne. "Dass Schwerin viele Spiele absolviert hat, ist mir bewusst. Aber, dass es so viele sind…", war SSC-Kapitän Julia Retzlaff schon erstaunt.

Und der heutige Auftritt könnte fast schon zu einer Sensation werden. Nämlich dann, wenn der deutsche Meister in die Endrunde des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs der besten vier Teams einziehen sollte. Vor dem Viertelfinal-Hinspiel am vergangenen Donnerstag in Italien war das Team von Busto Arsizio der hohe Favorit. Doch die SSC-Damen brachten mit einer taktischen und spielerischen Glanzleistung die Mannschaft aus der Lombardei in dessen eigener Halle mit dem 2:3 an den Rand einer Niederlage.

"Ich glaube, für uns wird es noch schwieriger als in Italien. Die haben ja gesehen, wie wir spielen und werden uns wohl nicht mehr unterschätzen", meint Maja Pachale. Die SSC-Diagonalspielerin fügte aber gleich an: "Wir wissen natürlich auch, wo ihre Schwachpunkte sind." Und die waren beim Hinspiel kaum zu übersehen. "Sie haben Probleme mit unserem Aufschlag, standen in der Annahme nicht gerade sicher. Das kann man auch in zwei Tagen Training nicht abstellen, zumal sie ja am Wochenende noch ein Liga-Spiel hatten", weiß Julia Retzlaff. Aber auch die Qualität der Italienerinnen blitzte im Hinspiel auf. Wenn man ihre Stars wie die Rumänin Carmen Turlea, die Tschchin Helena Havelkova oder die Italienerin Lucia Crisanti im Angriff zum Zuge kommen lässt, dann hat es jeder Gegner schwer.

Die SSC-Damen konnten sich am Wochenende erholen, hatten sie eine Bundesliga-Pause. "Wir konnten nach der kräftezehrenden Angelegenheit mit der Reise nach Italien und dem Fünf-Satz-Match entspannen und vor allen Dingen mental abschalten. Natürlich kommen einem ab und zu die Gedanken, wie es am Mittwoch laufen wird", so Maja.

Die 30-Jährige setzt genauso wie Julia und die gesamte Mannschaft auf den Heimvorteil. Und der Unterstützung der Fans können sich die Schwerinerinnen sicher sein. Bis gestern Nachmittag waren im Vorverkauf bereits 1700 Tickets an den Mann bzw. Frau gebracht, das sind rund 500 mehr als noch bei den Auftritten gegen Kanti Schaffhausen und Dynamo Bukarest. "Wir mussten zweimal los, um neue Tickets zu holen. Man merkt schon, dass das Interesse noch mehr geworden ist. Wenn man mit dem Leuten redet, sind sie schon überzeugt, dass wir es schaffen. Wir sind auch überzeugt, müssen noch einmal so eine Leistung bringen wie in Italien, dann werden wir sehen, wozu das reicht", so Maja, die am Montagmitag mit ein paar Teamkolleginnen im Schlosspark-Center persönlich Eintrittskarten verkauft hat.

Die Ausgangslage könnte nicht spannender sein. Gewinnen die SSC-Damen 3:0 oder 3:1, stehen sie im Final Four. Kommt es zu einem 3:2-Sieg, dann hätte der deutsche Meister das Hinspiel-Ergebnis ausgeglichen und es käme zum "golden set", der wie ein Tiebreak gespielt wird.

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