Sternberger Stahl- und Metallbau behauptet sich auch international : Mit Stahlkonstruktion bis nach Athen

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Wer zum Einkaufen ins Schweriner Schlosspark-Center fährt, wird kaum ahnen, dort unter Bauteilen aus Sternberg zu wandeln. Die Stahl- und Metallbau GmbH hat die Oberlichter für die Passage gefertigt.

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21. Dezember 2010, 12:05 Uhr

Auch in Hamburg und Hannover sowie im süddeutschen Raum kann das kleine Unternehmen auf eine Reihe von Referenzen verweisen. Noch weiter ging es für die Monteure aus dem Sternberger Seenland vor mehreren Jahren, als der Betrieb einen 60 Meter hohen Turm aus Stahl für Bungee und ähnliches in einem Freizeitpark der griechischen Hauptstadt Athen fertigte. Das sei schon ein besonderer Auftrag gewesen, den eine Hamburger Firma vermittelt hatte, erzählt Geschäftsführer Bertold Zander schmunzelnd. Ein Foto an der Wand des Beratungsraums erinnert ständig daran.

"Derzeit läuft eine größere Sache in Düsseldorf. Das Verwaltungsgebäude des VDI (Verein Deutscher Ingenieure - d.A.) wird aufgestockt. Wir machen dafür die Stahlkonstruktion", erklärt der Geschäftsführer. Was die Fertigstellung angeht, hält er sich absichtlich bedeckt. Die Arbeiten unter freiem Himmel seien natürlich vom Wetter abhängig, und dabei gäbe es gegenwärtig, wie jeder sieht, allerhand Unwägbarkeiten. Die Stahlteile werden in der heimischen Werkhalle vorgefertigt, mit Spezialfahrzeugen transportiert und vor Ort montiert. Sechs, sieben Mitarbeiter hätten dann für eine Weile im Rheinland zu tun. In der Regel erledigen die selben Kollegen, die die Vorfertigung der Stahlteile gemacht haben, auch die Montage. "Das ist nach unserer Erfahrung vernünftig", so Bertold Zander. Wenn einmal etwas nicht passen sollte, wüsste derjenige, der das Teil gebaut hat, sich am ehesten zu helfen. "Damit vermeiden wir ein Heidentheater, das in solchem Fall programmiert wäre."

Mit Sonderkonstruktionen aller Art und für die verschiedensten Branchen behaupten sich die Sternberger Stahlbauer deutschlandweit und darüber hinaus auf dem Markt. Die Planung, Statik wie Konstruktion, macht der Betrieb selbst. Kleinere Aufträge wie etwa für Tanklager oder Personensicherungsanlagen und selbst einmal ein Fenster- oder Türsturz würden mit erledigt, fielen bei einem Jahresumsatz von etwa einer Million Euro allerdings kaum ins Gewicht, sagt Zander, der seit 1990 Geschäftsführer ist.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise sei auch am Sternberger Betrieb nicht unbemerkt vorbeigegangen, doch das Tal sollte jetzt durchschritten sein, hofft der Geschäftsführer. Derzeit würden Verhandlungen für größere Aufträge bundesweit laufen. Ein Auftragsbestand, der über drei, vier Monate hinausgeht, sei für den Betrieb ohnehin die Ausnahme. "Die Aufträge werden relativ zeitnah vergeben, und dann heißt es, sich zu sputen, um die Termine einzuhalten", so Zanders Erfahrung. Dann würden auch Überstunden drangehängt. "Da ziehen alle mit, so dass das immer funktioniert hat", sagt der Geschäftsführer. Er halte nichts davon, Leiharbeiter anzufordern, wenn ein Termin drückt. "Vor Jahren mal habe ich keine guten Erfahrungen damit gemacht. Wir kriegen das auch mit eigenen Kräften hin."

Auf 16 Mitarbeiter hat sich die Belegschaft eingepegelt. Die Reihen aus PGH-Zeiten hätten sich in den letzten Jahren kräftig gelichtet, nur zwei Kollegen seien noch dabei, sagt Bertold Zander nach kurzem Überlegen. Die nachrückenden Fachkräfte habe der Betrieb überwiegend selbst ausgebildet. Derzeit gehören vier Lehrlinge zur Belegschaft, allerdings kamen in den letzten beiden Jahren keine hinzu. "Wir würden weiter ausbilden, aber es lag keine Bewerbung vor. Von Qualität kann ich deshalb gar nicht reden", sagt der Geschäftsführer mit ernster Miene.

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