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Kristina Worster gewinnt den Landesausscheid Fremdsprachen : Mit Russisch nach Weimar

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Und Stolz? "Auf jeden Fall." Kristina Worster strahlt über das ganze Gesicht. "Das war vielleicht eine Überraschung." Die 15-Jährige fährt zum Sprachenturnier nach Weimar.

Und Stolz? "Auf jeden Fall." Kristina Worster strahlt über das ganze Gesicht. "Das war vielleicht eine Überraschung." Die 15-Jährige fährt zum Sprachenturnier nach Weimar - als einzige Schülerin aus Mecklenburg-Vorpommern. Heute wird sie dafür von Bildungsminister Henry Tesch (SPD) ausgezeichnet und ist eine von 34 Schülern, die einen Landespreis erhalten.

Schwedisch, Latein oder Russisch. Vor dieser Wahl stand die Schülerin in der siebenten Klasse, als es darum ging, eine zweite Sprache zu lernen. Seit der dritten Klasse lernte Kristina Worster bereits englisch. "Latein bringt mir nichts und Schwedisch interessiert mich nicht", sagt sie. Also dann Russisch. Damit war sie nur eine von drei Schülern aus ihrer Klasse am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar. Zu dritt büffelten sie kyrillische Buchstaben und russische Grammatik. Zwei Jahre später macht ihr die Sprache immer noch Spaß, so dass zwei Entscheidungen schon stehen. "Russisch wähle ich auf keinen Fall ab", sagt die Schülerin. Physik hingegen schon.

Im Herbst wurden drei Jahre Russischunterricht einem Praxistest unterzogen. Zehn Tage verbrachten Schüler des Gymnasiums in Ufa. Für die Schüler war der Austausch nicht nur eine gute Gelegenheit ihre Sprachkenntnisse unter realen Bedingungen auszuprobieren. Für die Wismarerin brachte er noch eine Freundschaft. Mit der Gasttochter Katarina stimmte die Chemie. "Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Es war total nett." In Zeiten von Skype telefonieren die Mädchen übers Internet. "Bei vier Stunden Zeitverschiebung ist das aber nicht ganz einfach", e zählt Kristina Worster. Als ihre Lehrerin im Januar mit Aufgaben für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen in den Unterricht kam, dachte Kristina, einfach mal mitmachen, mal schauen was rauskommt. Eine Höraufgabe musste bewältigt werden, zu einem Bild über Katharina die Große mussten die Schüler eine Geschichte schreiben und ein wenig Grammatik bestehen. Kristina Worster war die Einzige am Scholl-Gymnasium, die mit Russisch daran teilnahm.

Mit dieser Wahl hat sie die Qualifikation für das Sprachenturnier geschafft. 65 Teilnehmer starten in Weimar. Mindestens 85 Prozent der Punkte mussten sie bei den Landesausscheiden erreichen, um in die engere Wahl zu kommen. Bei den englisch oder französisch Tests, an denen viele Schüler teilgenommen haben, kommen die bundesweit Besten weiter.

Für die Wismarerin bedeutet ihr Ergebnis: pauken in den Sommerferien. Im September geht es in Thüringen um Punkte und Platzierungen. "Es wäre schon toll, wenn ich auf dem Treppchen stehen würde", sagt die 15-Jährige. Aber ob es klappt? "Es wird auf jeden Fall anstrengend." Drei Tage dauert der Ausscheid. Ein paar Wochen vorher bekommen die Teilnehmer Aufgaben und ein Thema zugeschickt. Dazu gibt es auch neue Vokabeln, die die Schülerin lernen muss. Hilfe kann sie sich am heimischen Küchentisch holen, denn ihre Familie kommt aus Kasachstan. 2000 kehrten die Aussiedler nach Deutschland zurück. Eine Zeit, an die sich die Schülerin kaum erinnert. Mit ihren Eltern spricht sie nur Deutsch. Russisch lernte sie erst in der Schule. Umso stolzer waren sie, als sie vom Sieg der Tochter erfuhren.

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erstellt am 01.Jun.2011 | 10:40 Uhr

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