Mit Robben schwimmen

Das Hafenbecken direkt neben der Einfahrt nach Warnemünde wird künftig nicht nur von eleganten Yachten belegt. Ab Mai gehören auch Robben zu den „Dauernutzern“ der Marina.

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03. April 2008, 08:12 Uhr

Rostock - In dem bis zu fünf Meter tiefen Wasser werden acht Seehunde, die zurzeit noch im Kölner Zoo beheimatet sind, leben. „Sie können hier tauchen und auch in die freie Ostsee schwimmen, das werden sie genießen“, sagt Biologieprofessor Guido Dehnhardt von der Universität Rostock.

Seit 1999 befasst er sich mit der Erforschung der Sinneswahrnehmung und der Unterwasserorientierung der Robben. „Die Tiere sind äußerst gelehrig, friedvoll und anhänglich. Aber im offenen Meer haben wir noch nie mit ihnen experimentiert, mal sehen, wie sie reagieren“, sagt der Professor.

Die Forschungen fanden bisher fast ausschließlich im Kölner Zoobecken statt, das den Tieren jedoch nur eineinhalb Meter Wassertiefe zum Abtauchen ließ. Die Wissenschaftler interessiert jetzt, wie weit die Robben Spuren im Wasser verfolgen können und ob sie sich durch andere Strömungen ablenken lassen. Dann nämlich muss sich das Tier entscheiden, welcher Richtung es folgt, „eine kognitive Leistung“, erklärt Dehnhardt.

Dafür werden nicht nur die zwölf Projektmitarbeiter ab und an in ihre Neoprenanzüge steigen. Das dürfen auch Besucher. „Wir machen hier keine Wissensshow, sondern die Besucher erleben Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und wir erklären die Experimente.“ Die Rostocker Anlage wird Europas größte Seehundstation. Mitte April wird dazu das Forschungsinstitut im Hafenbecken festmachen – ein umgebautes, 53 Meter langes Flussschiff, das derzeit auf einer Werft in Stettin den letzten Schliff erhält. „Dann zeigen wir einen uns unbekannten Lebensraum durch die Augen der Robben“, verspricht der Wissenschaftler.

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