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24. September 2017 | 15:49 Uhr

Mit Rembrandt expandieren

vom

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2010 | 07:45 Uhr

Stadtmitte | Ein Ende ist in Sicht: Nach zehn Jahren Restaurierungsarbeiten sollen im kommenden Sommer die Arbeiten am Kulturhistorischen Museum beendet sein. Insgesamt wurden 13 Millionen Euro in die Sanierung des alten Gebäudes investiert. Die Einrichtung weist neben dem Landesmuseum Schwerin die älteste und bedeutendste Sammlung von kulturhistorischen Exponaten auf.

"Leider ist Rostock schon lange keine Museumsstadt mehr", sagt Dr. Steffen Stuth, amtierender Leiter des Kulturhistorischen Museums. Wenn es nach ihm geht, soll sich das in den kommenden Jahren ändern. Das Zukunftskonzept des Hauses bezieht die August-Bebel-Straße 1 als zusätzlichen Standort mit ein. In dieses 1903 als Museum umgebaute Gebäude wurde seit den 70er-Jahren nicht mehr investiert. Bis 2003 befand sich hier das Schifffahrtsmuseum. Nach zweieinhalb Jahren des Leerstandes eröffnete 2006 die Societät maritim das Haus. "Der Standort wäre ideal", sagt Stuth. Eine gute Verkehrsanbindung, vier umliegende öffentliche Parkhäuser und die unmittelbare Nähe zum Stadtkern sprechen laut Museumsleitung für das Haus.

Nur ein Prozent des Bestandes ausgestellt

Die Vision eines zweigeteilten Museums besteht schon länger. Anfang des Jahres wurde gemeinsam mit der Europäischen Union ein Ideenwettbewerb ausgerufen. Insgesamt gingen sieben Projektvorschläge ein, die sich mit dem Umbau und der Gestaltung des Gebäudes in der August-Bebel-Straße 1 auseinander setzen. Besonders überzeugte ein Entwurf aus Stuttgart. "Mit dem neuen Standort kämen 350 000 Quadratmeter neue Nutzungsfläche hinzu", sagt Stuth. Für Präsentationen seien dann mehrere Etagen sowie ein Oberlichtsaal vorhanden.

Insgesamt ist das Kulturhistorische Museum im Besitz von 160 000 Exponaten. Darunter befinden sich 12 000 Grafiken, unter anderem von Rembrandt und Käthe Kollwitz. Im aktuellen Gebäude am Klosterhof können nur 0,5 bis 1 Prozent des Bestandes gezeigt werden. "Sammlungen von hohem Potenzial müssen im Depot verweilen", sagt Stuth. Zwar seien sie dort in guten Händen, dennoch sei eine Ausstellung wichtig. Mithilfe der zusätzlichen Präsentationsfläche können dann 10 bis 20 Prozent des Bestandes gezeigt werden. Ein Museum in dieser Größenordnung locke Leute aus dem ganzen Land an, meint Stuth.

Bis Ende des Jahres sollen genaue Zahlen für das Projekt vorliegen. "Wir liegen bei unserem Vorhaben jenseits der zehn Millionen Euro", sagt Stuth. Dann wird das Projekt bei der Bürgerschaft vorgestellt. Gespräche mit Wirtschaftspartnern hat er bereits geführt, um mögliche Investoren für das Großprojekt zu finden. Kultursenatorin Liane Melzer (SPD) zeigte sich begeistert. Wenn alles gut geht, soll der Startschuss für das Projekt 2013 fallen. Zusätzliches Personal werde nur im Bereich des Services benötigt. Die drei wissenschaftlichen Stellen reichen auch für den zusätzlichen Standort aus. Das Kulturhistorische Museum ist die einzige Sammlung in Rostock, die von der Stadt und aus Spenden finanziert wird.

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