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24. August 2017 | 07:07 Uhr

Mit Omas Wissen am Herd glänzen

vom

Ludwigslust | Im September treibt es Angret Ahrendt immer besonders früh aus dem Bett - zumindest an drei Tagen in der Woche. "Dienstag, Donnerstag und Sonnabend gehe ich schon gegen 5.30 Uhr zum Briefkasten, um die Zeitung zu holen", erzählt die 65-Jährige aus Conow (Landkreis Ludwigslust). "Ich bin so gespannt auf die veröffentlichten Rezepte der Leser, dass ich es im Bett nicht mehr aushalte." Schon oft war auch ihr Name auf einer der Sonderseiten zur Leserkochbuch-Aktion zu lesen. Schließlich gehört Angret Ahrendt zu einer ganzen Reihe von besonders treuen und eifrigen Einsendern - und das seit Jahren. "Ich mache seit dem zweiten Kochbuch mit", sagt sie. "Und bisher hat es auch immer mindestens eines meiner Rezepte ins Kochbuch geschafft."

Angret Ahrendt kocht gern - am liebsten natürlich, wenn sich Gäste angekündigt haben. "Dann probiere ich auch einmal neue Sachen aus, die ich in einem der Leserkochbücher gefunden habe", erklärt die Conowerin und zeigt auf das Küchenregal, in dem die vollständige Sammlung steht. "Bisher hat alles toll geschmeckt."

Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten

Das Kochen wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt, die schon in dem Haus stand, in dem Angret Ahrendt noch heute wohnt. "Wir lebten mit drei Generationen unter einem Dach, haben zusammen gekocht und gegessen. Meine Mutti und meine Oma waren sehr gute Köchinnen, da konnte ich mir viel abgucken." Allerdings habe sie die Rezepte von damals nicht 1:1 in die heutige Zeit mitgenommen. "Damals wurde doch mit sehr viel Fett und Zucker gekocht und gebacken. Das wollen die meisten heute nicht mehr", sagt die 65-Jährige. "Also passe ich die Rezepte entsprechend an."

Wert legt die Hobbyköchin dabei auf Zutaten aus der Region - am liebsten aus dem eigenen Garten. Dort wachsen nicht nur viele Blumen, sondern auch Kartoffeln, Erdbeeren, Pflaumen, Mohrrüben, Bohnen, Petersilie und sogar Pfirsiche. Bis vor Kurzem kamen sogar die Eier und die Kaninchen vom eigenen Hof. Im Moment leben dort - abgesehen von Hund Blacky - aber keine Tiere. Doch zu Weihnachten wird es trotzdem wieder das Lieblingsgericht von Angret Ahrendt geben - Kaninchenbraten. Der kommt bei den Gästen immer besonders gut an. "Ich lege Kaninchen genauso wie Wild immer vorher zwei Tage lang in Buttermilch ein, damit das Fleisch zarter wird und der kräftige Geschmack etwas herauszieht", erklärt Angret Ahrendt. Viel wichtiger sei bei Kaninchen jedoch, es nie in der Backröhre zu garen. "Weil es keine Haut hat, würde es dadurch zäh werden."

Ob Suppe oder Braten, Dessert oder Kuchen - bei Angret Ahrendt schmeckt es. Eine kleine Schwäche in der Küche hat die Conowerin aber doch. "Ich backe wirklich gern, doch Hefekuchen will bei mir einfach nicht gelingen, egal auf welche Art und Weise ich ihn zubereite", gesteht sie. Pflaumenkuchen vom Blech gibt es natürlich trotzdem, allerdings mit einem Rührteig mit Schmand.

Enkelsohn fürs Kochen und Backen begeistert

Zwar lebt Angret Ahrendt nicht unter einem Dach mit ihren vier Enkelkindern. Einen Teil ihres Küchenwissens kann sie dennoch an die jüngste Generation weitergeben. "Jannes kocht und backt total gern", erzählt die stolze Oma über ihren zehnjährigen Enkel, der häufig zu Besuch kommt. Dann helfe er nicht nur in der Küche, sondern auch im Garten, zum Beispiel bei der Kartoffel- oder Pflaumenernte.

Für dieses Jahr legt Angret Ahrendt den Stift für das Rezepteschreiben zur Seite. Fast jedenfalls. Ein schönes Rezept muss sie noch zu Papier bringen - allerdings für die Glaisiner Landfrauen, bei denen die Conowerin seit einiger Zeit mithilft und mitsingt.

Jetzt wartet Conowerin gespannt auf den Tag, an dem das Leserkochbuch Nr. 14 erscheint. "Wie jedes Jahr werde ich dann gleich nach Ludwigslust fahren und gucken, ob darin ein Rezept von mir steht", erzählt sie schmunzelnd. "Und dann kaufe ich gleich vier Exemplare, um auch welche zum Verschenken zu haben."

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erstellt am 24.Sep.2010 | 05:03 Uhr

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