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Ludwigslust : Mit Laserpointer Auge verletzt

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Mit einer Einstellung des Verfahrens unter der Auflage, dem Geschädigten 600 Euro direkt anzuweisen, endete gestern vor dem Amtsgericht Ludwigslust die Strafsache gegen Sven O. aus Itzehoe.

Ludwigslust | Mit einer Einstellung des Verfahrens unter der Auflage, dem Geschädigten 600 Euro binnen sechs Monaten direkt anzuweisen, endete gestern vor dem Amtsgericht Ludwigslust die Strafsache gegen Sven O. aus Itzehoe. Der 30-jährige Junggeselle war angeklagt, am 13. Mai vergangenen Jahres auf der Autobahn 24 in Höhe der Auffahrt Ludwigslust einen anderen Verkehrsteilnehmer im Überholvorgang so folgenschwer mit einem Laserpointer geblendet zu haben, dass der über Wochen in seiner Sehfähigkeit beeinträchtigt war.

Das erfüllte die Straftatbestände des gefährlichen Eingriffs in den öffentlichen Straßenverkehr und der Körperverletzung. Staatsanwältin Schult hätte auf eine Freiheitsstrafe von insgesamt fünf Jahren Freiheitsentzug plädieren können. Doch nach einer knapp zehnminütigen Beratung von Strafrichterin Müller, Anklägerin und Verteidiger, folgte das einvernehmliche Urteil. Nachdem der Verteidiger seinem Mandanten "dringend angeraten" hatte, diese "Einstellung des Verfahrens ohne Rechtsanspruch" anzunehmen, willigte der derzeit Arbeitssuchende den Freispruch zweiter Klasse ein und entschuldigte sich dann doch spontan beim zuvor als Zeugen aussagenden Geschädigten aus Hamburg. Anhängig ist nun noch das Zivilgerichtsverfahren.

Der Aussage des Angeklagten vor Richterin Müller glaubend, sei es ihm als Beifahrer und den beiden weiteren Insassen nie bewusst gewesen, "beim Herumspielen mit dem Laserpointer irgend jemanden geblendet zu haben". Das Trio habe ein Motorrad nahe Berlin abgeholt und hantierte auf der Rückfahrt mit dem Pointer herum.

Das müsse wohl auch an jenem Donnerstag gegen 20.30 Uhr auf der A 24, kurz nachdem der Geschädigte auf die Autobahn auffuhr und das Trio überholte, so gewesen sein. Im Überholvorgang habe er plötzlich durch seine Brille alles strahlend Grün gesehen, das linke Auge habe sofort getränt und geschmerzt. Nach dem Einscheren vor dem Fahrzeug, in dem der Beschuldigte saß, habe er erkannt, das von dort das Laserlicht weiter ausgelöst wurde. Auch später, als er den Wagen folgte, wurde mit dem nach seiner Ansicht großflächig abstrahlenden Laserpointer diverse Verkehrszeichen anvisiert. Diese Angaben wurden von dem Beschuldigten zugegeben, jedoch fehlte ihm dann die Erinnerung, wer alles illegal mit dem Laserpointer im Auto hantiert hatte.

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erstellt am 30.Jun.2011 | 11:20 Uhr

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