Mit Kati Wilhelm auf Kreideküstenfahrt

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15. Oktober 2008, 06:15 Uhr

Herr Döring, als Initiator der Sportleraktion haben Sie vor sechs Jahren erstmals deutsche Olympioniken zum Urlaub auf Rügen eingeladen. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Döring: Als Webdesigner arbeite ich oft bis in die Nacht. So auch in jenem Jahr, als unsere Sportler in Salt Lake City um Medaillen kämpften. Nach den langen Arbeitstagen ließ ich den Abend vor dem Fernseher ausklingen. Normalerweise bin ich kein großer Sportfan, dennoch blieb ich jedes Mal fasziniert bei den Olympischen Spielen hängen. Und dann setzte der Medaillenregen für die deutschen Sportler ein. Das brachte mich auf die Idee: Diese Leistungen müssten mal belohnt werden. Ich hab zwei Tage darüber nachgedacht und dann die ersten Hoteliers angerufen. Und die waren begeistert.

Wie reagieren die Sportler auf Ihre private, nicht-kommerzielle Initiative?

Döring: In erster Linie überrascht. Mitunter sogar so überrascht, dass sie meine Einladungs-Mail etwa zunächst für einen Scherz oder unerwünschte Werbung hielten. Am Ende haben aber fast alle begeistert zugesagt. Nur zwei mussten bislang passen, weil ihr Terminkalender eine Extra-Woche Urlaub nicht zuließ. Inzwischen hat die Aktion aber auch eine Größenordnung erreicht, wo sich die Sportler untereinander darüber austauschen. Das bringt zusätzliche Dynamik.

Bislang kamen etwa 50 Spitzensportler nach Rügen. Haben Sie alle davon persönlich kennengelernt?
Döring: Fast alle. Das ist ein schöner Nebeneffekt der Aktion. Mit Kati Wilhelm auf Kreideküstenfahrt zu gehen oder mit anderen Sportlern Beachvolleyball zu spielen – das sind unvergessliche Erlebnisse. Von manchen habe ich noch im Nachhinein Weihnachtsgrüße bekommen. Das zeigt mir, dass sie sich bei uns tatsächlich sehr wohlgefühlt haben.

Wie schwer ist es, an die Sportler heranzutreten?

Döring: Das macht den Großteil der Organisation aus. Anfangs habe ich die Einladungen persönlich überreicht, etwa während der Autogrammstunde bei der offiziellen Willkommensparty der Olympioniken. Der Nachteil: Dort trifft man nie alle an. In diesem Jahr habe ich sie per E-Mail verschickt. Dabei führt der Weg oft über Dritte wie Manager. Für diese Saison sind 40 Sportler eingeladen, bislang haben 14 fest zugesagt. Täglich werden es mehr. Man merkt, dass jetzt bei vielen die Terminflut, die das gute Abschneiden in Peking mit sich brachte, nachlässt.

Warum gerade Rügen?
Döring: Weil ich selbst so begeistert von der Insel bin. Ursprünglich komme ich aus Clausthal-Zellerfeld, einer kleinen Stadt in Niedersachsen. Nach der Wende wollte ich zunächst eine Weltreise machen. Der Caravan war schon ausgesucht. Damit wollte ich die „Traumstraße der Welt“ von Alaska nach Feuerland herunterfahren. Zuvor kam ich 1990 aber mit meinen Eltern zum Urlaub nach Rügen – und da stand für mich fest: Hier bleibe ich. Die Insel hat durch ihre unterschiedlichen Landschaften auf kleinstem Raum so viel Reiz, dass sie auch nach all den Jahren für mich noch immer interessant ist. Diese Schönheiten möchte ich auch den Sportlern zeigen.

Welcher Sportler sollte unbedingt noch Gold holen, damit Sie ihn nach Rügen einladen?
Döring:
Es mag seltsam klingen, aber ich bin nicht so sportversessen, als dass ich einen Lieblingssportler hätte. Ich würde mich aber sehr über Ausnahmeschwimmer Michael Phelps freuen. Er hat ja schon Gold geholt – und entsprechend auch eine Einladung bekommen. Jetzt muss er nur noch zusagen.
       

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