Mit Hochspannung zum Seehafen

Zupacken in luftiger Höhe: Maik Fischer verschraubt die einzelnen Stahlsegmente.
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Zupacken in luftiger Höhe: Maik Fischer verschraubt die einzelnen Stahlsegmente.

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01. November 2010, 08:24 Uhr

rostock | Der letzte Mast der neuen Hochspannungstrasse zum Umspannwerk Seehafen und Umspannwerk Peez ist gestern errichtet worden. In wenigen Tagen wird die Leitung nach gut viermonatiger Bauzeit vom Energieversorger Eonedis in Betrieb genommen. Die neue fünf Kilometer lange Trasse verläuft größtenteils parallel zur Autobahn A 19 zwischen den Anschlussstellen Rostock Nord und Überseehafen.

"Wegen des rasant gestiegenen Leistungsbedarfs hat der Seehafen auf seinem Gelände ein eigenes Umspannwerk errichtet. Das schließen wir nun an unser Hochspannungsnetz an", sagt Eonedis-Pressesprecher Micheal Elsholtz. 22 Tonnen Stahl liegen auf der Wiese in der Nähe der des Autobahnanschlusses Rostock Nord. Schon in wenigen Stunden steht hier ein neuer Hochspannungsmast des Strom- und Gasanbieters E.On edis. Drei vormontierte Segmente und zwei Querträger werden vor Ort Stück für Stück zusammengebaut.

110 000 Volt jagen durch die Leitungen

"Es handelt sich hierbei um einen 26 Meter hohen Abzweigmast, genauer gesagt einen Kreuztraversenmast", sagt Dietmaer Bölke, Leiter Abteilung Hochspannungsleitungen der Firma Eonedis. Dieser Abzweigmaste hat vier Traversen, beziehungsweise zwei Querträger für die Aufnahme der abzweigenden Stromkreise, wie Bölke erklärt. Der Aufwand ist enorm: "Der Strom muss weiterfließen. Deswegen mussten wir einen Teil der Leitungen vorbeiführen." Bölke zeigt auf zwei kleinere Masten, die dafür provisorisch aufgestellt wurden. Die Leitungen, die später über den neuen Mast führen, sind ausgeschaltet. Außerdem brauche der Kran viel Platz, um die Stahlteile vom Boden zu heben und dann aus luftiger Höhe passgenau aufeinander zu setzen.
Das Unterteil steht schon, fest mit dem Fundament verbunden. "Die Vorbereitung ist das A und O, dann kann nichts mehr schiefgehen", sagt Bölke. Mit Baukontrolleur Hans-Joachim Langschwager prüfen sie nochmals die Verbindungsstellen der Einzelteile. "Alles in Ordnung", ruft Bölke dem Kranführer zu. Der muss viel Fingerspitzengefühl beweisen. "Die Segmente dürfen nicht ins Pendeln geraten", so Bölke. Außerdem sei es schwierig, die tonnenschwere Teile möglichst genau über die Anschlussstellen zu bringen. Während sich das erste Segment langsam in die Luft erhebt, klettern vier Monteure eines Spezialteams auf das bereits stehende Teil. Mit Klettergurten sind die Männer gesichert, ihr Werkzeug baumelt in einer Tasche am Körper. Das tonnenschwere Bauelement schwebt über ihnen, langsam wird es vom Kran abgesenkt. Einige Handgriffe später verschrauben die Monteure die beiden Teile. 110 000 Volt werden schon bald durch die neue Hochspannungsleitung jagen.

Insgesamt wurden 19 neue Masten errichtet, die Investitionssumme beträgt über 2,2 Millionen Euro.

Die Eonedis AG betreibt in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf einer Fläche von 36 000 Quadratkilometern ein circa 80 000 Kilometer langes Stromleitungsnetz. Hinzu kommen im östlichen Landesteil M-Vs und Nordbrandenburg 4200 Kilometer Gasleitungen.

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