Mit Gummibärchen zum Unternehmer

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08. Oktober 2008, 06:44 Uhr

Güstrow/Bützow - Seriös im dunklen Anzug traten Max Reinicke (15) und Patrick Stelley (16) gestern als Geschäftsführer und Marketing-Chef der Bützower „MEGArBYTEr“ auf der Landesmesse für Schülerfirmen in der Güstrower Sport- und Kongresshalle auf. Viel gebracht habe ihnen das nicht, meinen sie. Die bunten Stände mit Angeboten rund ums Essen in der Schule seien von den Besuchern mehr belagert worden, stellten die beiden Schüler fest. „Beim nächsten Mal haben wir Gummibärchen dabei“, sagt Patrick Stelley.

Die Stume SGmbH aus dem John-Brinckman-Gymnasium hat diesen Schritt bereits getan. Mit einer Versteigerung von Kinoplakaten und einem Schätz-Wettbewerb (Wie viele Gummibärchen sind im Glas?) machten die Schüler auf sich aufmerksam. Stume ist eine seit dreieinhalb Jahren existierende Schülerfirma mit inzwischen ausgewechseltem Personal, die sich als „modernes Dienstleistungsunternehmen“ sieht. Die Palette, so Tom Stegmann (16), würde von DVDs und Videos über einen Catering-Service bis zu T-Shirts reichen. Ihre Geschäftspartner suchen die zwölf Mitarbeiter der Firma in der Schule selbst. Unternehmerisches Interesse sei bei ihm geweckt. „Aber man muss eine verdammt gute Idee haben“, sagt der 16-Jährige.

Dominique Westphal (15) und Franziska Hacker (14) von der „The fantastic colours“ GbR hatten sich beim Start ihrer Schülerfirma vor zwei Jahren das Unternehmertum leichter vorgestellt. An Aufträge zu kommen, ist für die beiden Mädchen aus der Regionalschule am Inselsee sehr schwierig. Sie schminken Kinder bei öffentlichen Festen oder Höhepunkten in den Tagesstätten.

Etwas aus sich machen
Unter die Besucher der Landesmesse hatte sich Heidemarie Beyer gemischt. Als SPD-Landtagsabgeordnete hatte sie das Projekt der Schülerfirmen vor 13 Jahren mit ins Leben gerufen. „Die Firmenidee ist die eine Seite, viel wichtiger ist, dass die jungen Leute Erfahrungen sammeln, positive und negative, dass sie sich trauen“, betont die ehemalige Güstrowerin, die sich schon vor Jahren aus der Politik zurückzog. Und: „Es kommt immer darauf an, dass man aus dem, was man kann, etwas macht.“

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