Mit Doberan und Güstrow Kreisstadt

Mit Doberan zusammengehen und Güstrow wird Kreissitz. Das ist die Güstrower Position nach einer Regionalkonferenz am Donnerstagabend in Güstrow. Veranstaltet wurde sie von der CDU-Landtagsfraktion. Ziel: Man muss die Meinung der Basis kennen.

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14. März 2008, 07:19 Uhr

Güstrow - Moderator Wolf-Dieter Ringguth, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, gab bei der Regionalkonferen der Fraktion am Donnerstagabend in Güstrow – es war die dritte von vieren – das Ziel vor: „Alles Schädliche für die Kreisgebietsreform muss vorher an denjenigen, die an der Basis die Arbeit leisten, so gut wie möglich beseitigt werden. Das haben uns die Verfassungsrichter nach dem Scheitern der geplanten Kreisgebietsreform ins Stammbuch geschrieben.“ Diskutiert wird auf den Konferenzen jetzt in der frühen Phase ein Leitbild. Ein grober Rahmen, eine Orientierung, noch relativ abstrakt, wie es Ringguth umriss. Erst der Gesetzesentwurf werde konkret. Anwesend waren 60 Bürgermeister, Kreistagsmitglieder, Amtsvorsteher und weitere Bürger aus den Kreisen Güstrow und Doberan sowie aus Rostock.

Am Landkreis Güstrow zerrt der Norden und der SüdenSie diskutierten in viele Richtungen. Die Güstrower Position war am Ende trotzdem relativ eindeutig: Der Landkreis sollte mit Doberan fusionieren und Güstrow wird Kreissitz. Rostock spielt in einem künftigen neuen Kreisgebilde in dieser Region keine Rolle mehr, auch wenn das Leitbild kein Gesetzesentwurf ist. Die größte Stadt des Landes wird kreisfrei, da waren sich alle an dem Abend einig. Auch, weil die Nicht-Kreisfreiheit Rostocks einer der Punkte war, den Greifswald vordergründig kritisiert hatte.

Trotzdem bleibt weiterer Diskussionsbedarf, denn es kann zwar ein Vorteil sein, in der Mitte eines Landes zu liegen. Aber bei einer Kreisbildung könne es auch zum Nachteil gereichen, förderte die Diskussion zu Tage. Da sind die Avancen von Doberan, sich vom nördlichen Teil des Landkreises Güstrow etwas einzuverleiben (wir berichteten). Aber auch der Müritz-Kreis zerrt an Güstrow. Da wird die Natur als Erklärung bemüht, weil es „Mecklenburgische Seenplatte“ und „Mecklenburgische Schweiz“ gut tun würde, wenn sie in einem Kreis wären. Oder wer wird Kreissitz? Güstrow könnte man favorisieren, weil es nicht wegzudiskutieren sei, dass Güstrow nach den sechs jetzigen kreisfreien Städten die größte Stadt sei, so Ringguth. Aber Bad Doberan will es auch. Wenn das kommen sollte, gibt es dann für Güstrow Ersatz? Wird Güstrow „Beamtenstadt, weil sie dann vielleicht Landesbehörden erhält?

Klar bejaht wurde, dass es bei der Reform keine Zwangseingemeindungen geben dürfe. Eher wird Freiwilligkeit favorisiert. Bauchschmerzen haben viele Kenner der kommunalen Szene jedoch mit dem Zeitplan. Sie treibt die Sorge, dass er zu ehrgeizig ist. Wenn man die Jahreszahlen am Stück sieht, ist das nachzuvollziehen: 2009 reguläre Kreistagswahl, 2011 Wahl zu den neuen Kreistagen, 2014 wieder Kreistagswahl, um in den fünfjährigen Rhythmus zurück zu kommen.

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