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Mit dem Fahrrad durch Reuters Paradiesgarten

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Krakow am See | Wie stellt man sich einen Paradiesgarten vor? Fritz Reuter empfand nach seiner siebenjährigen Haft das Gebiet zwischen Groß Bäbelin, Serrahn und Krakow am See als solches Paradies. Darum heißt eine 22 Kilometer lange Strecke rund um den Krakower See "Reuters Paradiesgartenweg". 40 Radler erlebten diese erste Themenradroute mit, die Freitag mehrere Vereine organisierten.

"Reuter schreibt so farbenprächtig über dieses Gebiet, darum wollten wir zum 200. Geburtstags etwas in dieser Richtung tun", erklärt Johannes Herbst, der die Tour führte. Dabei war auch Fritz Reuter alias Hans-Richard Auer aus Laage. Mit Zylinder und einer spitzen plattdeutschen Zunge gab er einiges aus den Werken des Dichters zum Besten. Der 81-Jährige mag das Plattdeutsche, aber liebt auch die Heimatverbundenheit Reuters. "Er nimmt alles auf die Schippe, verteilt manche Seitenhiebe, über die man trotzdem lachen kann", so Auer. Mit auf Tour: Der Krakower Chor, der die Radler mit plattdeutschen Liedern an den Haltepunkten erfreute.

Aussichtsturm an ehemaligem Melkstand

Die Tour beginnt an der Bäckerei Hornung am Markt in Krakow am See. Hier befindet sich eine "Reuter-Ecke". Dann geht es mit dem Rad zum Alten Melkstand bei Neu Dobbin. Hier weihte Wilfried Baldermann, Bürgermeister von Dobbin-Linstow, einen neuen Aussichtsturm ein: Reuters Paradiesgartenblick am alten Melkstand mit einem herrlichen Blick auf den Krakower See und die Landschaft . "Bis 1969 wurden hier noch Kühe gemolken", berichtete er.

Weiter führt die Tour über Serrahn zu Reuters Seeblick am Abzweig Seegrube. Hier stiftete Joseph Dirks eine neue Bank. Letzter Anlaufpunkt ist der Reuter-Gedenkstein. Hier machte die Radgruppe eine traurige Entdeckung. "Die Tafel mit Rundtour und Biografie Reuters fehlt", so Herbst. "Wem mag sie ein Dorn im Auge gewesen sein?", fragte er.

Entwickelt wurde die Route vom Mühlenverein Kuchelmiß, Heimatverein Linstow, christlichen Trägerverein der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte Neu Sammit und Kulturverein Krakow am See mit Sponsoren. Auch die Gemeinden Dobbin-Linstow und Kuchelmiß unterstützten das Projekt.

Wunsch: regelmäßige Nutzung der Rundtour

Johannes Herbst wäre lieb, wenn diese Tour regelmäßig genutzt wird, vor allem auch von Schulklassen. Der Vorsitzende des Heimatvereins Linstow möchte, dass Reuters Beschreibungen, wie der Umgang unter den Menschen seinerzeit war, weiter gegeben wird. "Ein solch humorvoller Umgang muss heute wieder neu gelernt werden", sagt er. Damit dies geschehen könne, sollten insbesondere Kinder und Jugendliche Heimatliebe entwickeln. Vielleicht könne diese Tour dazu ein Stück weit beitragen, so Herbst.

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erstellt am 12.Sep.2010 | 04:20 Uhr

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