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Gemeinde Jürgenshagen : Mit Biogasanlagen voll im Trend

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Lange drehen sich in der Gemeinde Jürgenshagen Windkrafträder und seit zwei Wochen kündet ein Kran davon, dass in der Agrargenossenschaft Jürgenshagen der Bau der Biomethananlage begonnen hat.

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erstellt am 19.Apr.2011 | 10:31 Uhr

Schon lange drehen sich in der Gemeinde Jürgenshagen Windkrafträder und seit zwei Wochen kündet schon von weitem ein Kran davon, dass in der Agrargenossenschaft Jürgenshagen der Bau der Biomethananlage begonnen hat. Aus Zuckerrüben von heimischen Landwirten soll darin ab Ende dieses Jahres Biogas produziert werden, mit dem etwa 4000 Haushalte versorgt werden könnten.

Auch im Ortsteil Moltenow wird in dieser Hinsicht neu durchgestartet. Die Gemeindevertreter fassten zwei Beschlüsse zur Erweiterung der dortigen Biogasanlage. Die Pläne dazu lagen bis 1. März im Bützower Rathaus und im Gemeindebüro von Jürgenshagen aus, so wie es das Baugesetz vorschreibt. "Es gab keine Hinweise oder Bedenken von Bürgern. Alles, was die Behörden zu den Plänen angeregt hatten, wurde berücksichtigt und umgesetzt", erläuterte Bürgermeisterin Elfriede Schmidt.

Die Gemeindevertreter stimmten also den Ergebnissen der öffentlichen Abwägung zu. Vom 12. Mai bis zum 14. Juni wird nun der Entwurf des "vorhabenbezogenen Bebauungsplanes" der Gemeinde für das Gebiet der Biogasanlage Moltenow zusammen mit dem Umweltbericht öffentlich ausgelegt. "Man braucht für so ein Projekt fast ne Lkw-Ladung an Planungsunterlagen", kann sich Bauherr Heinrich Meemken nicht verkneifen. Bereits seit 2010 betreibt die Moltenower Naturgas GmbH eine Biogasanlage. Darin werden zurzeit Mais, Gülle und Putenmist vergoren. Geplant ist jetzt die Ergänzung durch Zuckerrüben und eine entsprechende Erweiterung der Anlage. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, die Wärme bisher für die Versorgung der Schweine- und Putenställe genutzt. Künftig soll die Wärmeversorgung auch für die Gebäude in Moltenow angeboten werden.

Mit seinen vier Windkrafträdern und der bereits bestehenden Biogasanlage produziere sein Unternehmen bisher für rund 5000 Haushalte Strom, überschlug Heinrich Meemken.

"Mit der Stromerzeugung aus regenerativen Rohstoffen liegt unsere Gemeinde voll im Trend der Zeit", meinte Klaus-Dieter Kaie. Die Atomkatastrophe in Japan habe mal wieder gezeigt, wie wichtig die Gewinnung von Bioenergie sei. Die Gemeinde habe in dieser Hinsicht "sehr vorausschauend gehandelt", schätzte er ein. "Auch durch den Bau seiner Windkraftanlagen."

Mit ihren bald zwei Biogasanlagen und zwei Windparks im Territorium habe die Gemeinde dann ihre Möglichkeiten fast ausgeschöpft, so Kaie.

Hinzu komme, dass "auf etlichen privaten Dächern außerdem Solaranlagen stehen", ergänzte die Bürgermeisterin die Bilanz.

Auch auf das jüngste Unglück in der Region, auf den Massencrash durch einen Sandsturm auf der A19, wollen die Jürgenshagener reagieren. "Angesichts der Ereignisse in Kavelstorf wäre zu überlegen, ob wir künftig nicht verstärkt Hecken an Wegen und Straßen pflanzen sollten", regte Michael Constien an. Die Landwirte hier zu Lande seien ja "mit großen Flächen reichlich gesegnet", da könne jeder "ruhig wieder ein bisschen zurück geben" für diesen Zweck.

"Das sind einfach Lernprozesse", stimmte dem Heinrich Meemken zu. Elfriede Schmidt schlug außerdem vor, als Ausgleichspflanzungen für den Bau der Biogasanlage Hecken auch "an Pro blemstellen an Straßen" zu pflanzen, die im Winter oft vom Schnee verweht sind.

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