Mit 21 Jahren am Tor zur Weltspitze

<strong>Ganz entspannt: </strong>Kevin Wölbert konnte sich in aller Ruhe auf das erste von drei U21-WM-Finalrennen, das morgen Abend in Danzig stattfindet, vorbereiten. <foto>beier</foto>
Ganz entspannt: Kevin Wölbert konnte sich in aller Ruhe auf das erste von drei U21-WM-Finalrennen, das morgen Abend in Danzig stattfindet, vorbereiten. beier

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15. Juli 2010, 08:40 Uhr

Schwerin | Als 12-Jähriger drehte Kevin Wölbert auf dem heimischen Gelände seine ersten Runden auf einem Speedway-Motorrad. Inzwischen sind neun Jahre vergangen, der kleine Kevin ist groß geworden und schickt sich jetzt an, ein ganz Großer unter den Stahlschuh-Artisten zu werden. Morgen startet der junge Mann aus Heidhof vor den Toren von Ludwigslust beim ersten von drei Final-Läufen zur Ermittlung des U21-Weltmeisters.

"Ich bin erst einmal hochzufrieden, dass ich diese Finalserie erreicht habe, zumal das mein letztes Jahr in der U21 ist", sagt der Speedwayfahrer, der momentan von seinem Sport lebt und die berufliche Entwicklung hinten an gestellt hat. "Das System mit drei Läufen finde ich deutlich besser als die Final-Entscheidung an nur einem Tag, wie es bisher gehandhabt wurde. Wenn dir da mal die Kette gerissen ist oder du sonst ein technisches Problem oder einen Sturz hattest, hattest du keine Chance mehr, vorne einzugreifen. Jetzt aber kannst du mit konstant guten Leistungen in allen drei Finals Weltmeister werden, ohne einen einzigen Tagessieg errungen zu haben."

Zwar gibt Wölbert den Titel nicht unbedingt als Zielstellung aus, wohl aber will er "unter die besten Fünf kommen". Die Einschätzung, zu den Weltbesten seiner Zunft in seiner Altersklasse zu zählen, begründet der Mecklenburger vor allem mit seinen Erfahrungen, die er in der jüngeren Vergangenheit in diversen Speedway-Ligen vor allem im Ausland gesammelt hat. "Da stehst du neben einem aktuellen Grand-Prix-Fahrer oder gar Weltmeister am Startband und im Rennen merkst du, dass du an einem guten Tag mit dem mithalten kannst. Und viele Teilnehmer an der U21-WM kenne ich aus den Ligen, in denen ich fahre - vor allem aus der polnischen. Ich kann jeden davon schlagen&#8230;"

Den ersten Beweis muss der ambitionierte Sportler morgen Abend in Danzig antreten, es folgen die Läufe am 7. August im lettischen Daugavpils und am 2. Oktober im Rahmen des klassischen tschechischen Speedway-Wochenendes in Pardubice. Vor allem auf den Abschluss freut sich Kevin Wölbert jetzt schon: "Das ist Wahnsinn, wenn man da hinkommt. Auf den Rängen sitzen tatsächlich Tausende, die aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kommen und Jahr für Jahr dorthin fahren. Das ist fast wie ein Heimrennen!"

Echte Heimrennen hingegen hat Kevin recht wenige. Und so ist es kein Wunder, dass sein Transporter am Ende dieser Saison, wenn sein Fahrer rund 100 Mal gestartet sein wird, rund 100 000 Kilometer mehr auf dem Tacho haben wird. Hinzu kommen noch die Meilen, die der Heidhofer auf der britischen Insel zurücklegt - aber für die bekommt er von seinem schottischen Zweitliga-Club aus Edingburgh einen eigenen Transporter zur Verfügung gestellt.

Wer sich einem solchen Mammut-Programm unterzieht, hat natürlich langfristig hohe Ziele in seinem Sport. "In fünf Jahren möchte ich im Grand Prix mitfahren", sagt Kevin Wölbert. Die lukrative, in diesem Jahr elfteilige WM-Serie vereint die weltbesten Fahrer - von denen etliche schon kurz vor dem Ruhestand stehen dürften. Darin sieht der 21-Jährige seine große Chance. Schon in diesem Jahr war er in der Qualifikationsrunde recht weit gekommen: In der ersten Runde erreichte er sicher den Sprung ins Halbfinale, für das er schon den Transporter gepackt hatte, als eine alte, beim einem Ligarennen für Edinburgh zugezogene Rückenverletzung wieder aufbrach und Wölbert deswegen Startverbot bekam. "Wir alle haben uns tierisch darauf gefreut und ich war mir sicher, dass ich eine kleine Chance gehabt hätte weiterzukommen", ärgert er sich heute noch. Aber jetzt geht der Blick nach vorne, schließlich ist morgen Abend eines der drei wichtigsten Rennen des Jahres&#8230;

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