Mit 15 schon auf der Buchmesse

Die 15-jährige Gymnasiastin Miriam Hantzsche aus Königs Wusterhausen stellt ihren Roman „Das Geheimnis der goldenen Runen“ auf der Leipziger Buchmesse vor. Foto: ddp
Die 15-jährige Gymnasiastin Miriam Hantzsche aus Königs Wusterhausen stellt ihren Roman „Das Geheimnis der goldenen Runen“ auf der Leipziger Buchmesse vor. Foto: ddp

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12. März 2008, 09:02 Uhr

Königs Wusterhausen - Die Hauptperson des „fantastischen Abenteuerromans“ trage viele Charakterzüge, die sie in sich selbst sehe, sagt Miriam: „Ich habe Lene unbewusst an mich angelehnt.“ Noch will sie nicht zu viel verraten, worum es in dem Jugendbuch geht. Sie gibt aber preis, dass Lene, die nach dem Tod der Mutter nach England zu ihrem Vater ziehen muss, dort viele Abenteuer erlebt und auf der Suche nach einem Schatz ist. „Es gibt Action, Spannung, eben alles, was ein Kind gerne hat“, fügt sie hinzu.

Vor einem halben Jahr hatte Miriam ihr Manuskript an den Dessauer Machtwortverlag geschickt, der sich auf die Werke von literarischen Debütanten spezialisiert hat. Gedruckt wurden 300 Exemplare. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie 1500 Euro an Druckkostenzuschuss in ihren Traum investiert.
„Ich bin sehr stolz, weil ich es mit meinen Ersparnissen finanziert habe“, sagt die Zehntklässlerin. Geschrieben hatte sie den Roman bereits in der achten Klasse. „Es war meine erste Geschichte, die ich zu Ende gebracht habe“, sagt die Gymnasiastin. Eine große Hilfe waren ihr in dieser Zeit ihre drei Geschwister. „Denen hab ich immer alles vorgelesen, reinreden hab“ ich mir von ihnen aber nicht lassen„, sagt sie lachend.

Geschrieben hat sie die 218 Seiten zunächst mit der Hand, auch wenn das anschließende Eintippen in den Computer eine „Höllenarbeit“ gewesen sei. „Anders kann ich aber nicht schreiben“, sagt Miriam. Ein Leben ohne Bücher kann sich der Teenager nicht vorstellen. Sie begleiten sie überall hin. Eines ihrer Lieblingswerke ist Harry Potter. In der Autorin Joanne K. Rowling sieht Miriam dennoch kein Vorbild. „Ich will keinem Stil nacheifern und versuche, mir treu zu bleiben“, sagt sie bestimmt.

„Irgendwie bin ich schon eine Schriftstellerin“, sagt Miriam. Zettel und Papier habe sie meistens dabei, um Ideen, die ihr immer wieder in den Sinn kämen, gleich zu notieren. „Momentan schreibe ich an Gedichten, die liegen mir aber nicht so“, räumt sie ein.

Die Inhalte drehen sich meist um ihr Lieblingsthema Fantasy. „Dazu habe ich schon wieder drei bis vier neue Ideen für Geschichten, die ich später umsetzen will“, kündigt Miriam an.

Die Gymnasiastin wirkt sehr reif und zielstrebig, als sie von ihren Plänen spricht: „Germanistik/ Bibliothekarwesen-Studium in Leipzig, Auslandsjahr in England und anschließend ein eigener Buchladen.“

In ihrem Kopf sieht sie jedes Detail vor sich: „So ein Laden mit vielen alten Büchern und einer Kasse, die klingelt wenn sie aufgeht, wäre toll“, schwärmt sie. Denn nur Schreiben wolle sie nicht, davon könne man schwer leben.

Bis dahin ist allerdings noch Zeit. Am Sonntag wird Miriam mit ihrer Familie den nächsten Schritt in ihre Zukunft gehen. Gemeinsam fahren sie nach Leipzig und bestaunen ihr Werk am Verlagsstand. Nervös blättert sie in den Seiten des Romans. „Es wäre schon toll, Leute zu sehen, die mein Buch anschauen“. In den kommenden Jahren sollen fünf weitere Teile folgen. Das Manuskript für das zweite Buch sei schon geschrieben. Jetzt will sie schauen, wie sich der Druck finanzieren lässt

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