Mit 1227 Liter Öl auf Buhne gefahren

Am späteren Montagabend konnte das Tankmotorschiff „Luka“ endlich aus seiner misslichen Lage auf der Elbe bei Gnevsdorf befreit werden. Es war mit 1227 Tonnen leichtem Heizöl an Bord auf eine Buhne gefahren.

von
22. April 2008, 07:12 Uhr

Gnevsdorf - „Das war schon eine schwerere Havarie, hätte böse ausgehen können“, resümierte gestern auf „Prignitzer“-Nachfrage Hubert Finke, Leiter des Außenbezirkes Wittenberge des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg.

Auf einer Dienstfahrt in die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt war er am Montag kurz vor 12 Uhr telefonisch von dem havarierten Schiff unterrichtet worden. „Die ,Luka’ war mit ihrer Ladung von Hamburg in Richtung Magdeburg unterwegs. Der Bruder des Schiffsführers hatte das Steuer übernommen und wollte auf der Bergfahrt den Weg abkürzen. Doch bei einem Tiefgang des Schiffes von 2,52 Metern hatte er offensichtlich die Lage der Buhnen falsch eingeschätzt“, beschreibt Finke, wie es zu der Havarie kam.

Die Elbe hatte am Montag einen Wasserstand von 4,78 Metern, die Buhnen waren um etwa zweu Meter überströmt, wie es fachlich heißt. So fuhr das Tankmotorschiff bei Elbkilometer 438 in Höhe von Gnevsdorf auf eine Buhne am sachsen-anhaltinischen Ufer auf.

Schiff kam in Schräglage

„Das Schiff drehte sich um 90 Grad, trieb auf eine unterhalb liegende Buhne, lag quer zum Strom und geriet dadurch in Schräglage“, erklärt Finke die Situation vor Ort. Versuche des Schiffsführers, allein wieder freizukommen, schlugen auf Grund der Ladung fehl.

Da es sich bei der „Luka“ um ein einhülliges Schiff handelt, zwischen Ladungsinhalt und Elbwasser also nur eine dünne Schiffshaut bestand, war Eile geboten. So wurde ein Schubboot, dass gerade Steine für das Wasser- und Schiffahrtsamt in Wittenberge lieferte, angefordert. Es war allein aber nicht in der Lage, den havarierten Tanker freizuschleppen. Parallel dazu begaben sich zwei Havarie-Sachverständige – einer für Ladungsinhalte und einer für Schiffe – an den Unfallort.

„Da wegen der Schräglage des Schiffes die Gefahr bestand, dass Ladung in die Elbe gelangt und damit der Strom verunreinigt wird, entschlossen wir uns, ein zweites Tankschiff zu ordern“, erläutert Finke den Fortgang der Rettungsaktion. Die Übernahme der Ladung sollte helfen, dass havarierte Schiff wieder in gerade Lage zu bekommen, „dass also der Burg frei schwimmt und über die Buhne gedreht werden kann“.

Gegen 18.45 Uhr traf das Tankschiff „Nautic“ ein. „Zuvor hatten wir schon einen geprüften Tankschlauch von einem anderen Tankschiff an Bord der ,Luka’ gebracht“, erzählt Finke.
Heizöl abgepumptGegen 19.30 Uhr begann das Überpumpen. Insgesamt 500 Tonnen Heizöl wurden so bis 21 Uhr auf die „Nautic“ befördert. Mit Schubboot und den Tankschiffen konnte man die „Luka“ schließlich befreien. Sie wurde dann laut Finke sofort überprüft, sowohl, was die Ruderanlage anbelangt, als auch eventuelle Lecks.

Mit der Maßgabe, dass die „Luka“ in Magdeburg ihre Ladung löschen und dann sofort an Land einer gründlichen Schadensprüfung unterzogen werden muss, durfte sie gestern ihre Fahrt fortsetzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen