zur Navigation springen
Übersicht

11. Dezember 2017 | 23:44 Uhr

Missbrauch: Trainer unter Verdacht

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 07:47 Uhr

Rostock | Missbrauch beim Schwimmtraining? Die Rostocker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Manfred A., einen früheren Trainer des Wasserspringerclubs Rostock, wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch Schutzbefohlener. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Peter Lückemann gestern. Bei dem Opfer soll es sich um die Tochter von A.s früherer Lebensgefährtin aus Bad Doberan handeln. Der Norddeutsche Schwimmverband, bei dem A. zuletzt ehrenamtlich als Springwart tätig war, beurlaubte ihn aufgrund der Vorwürfe.

"Die Brust und der Genitalbereich des Mädchens sollen berührt worden sein", sagt Oberstaatsanwalt Lückemann. Die Vorwürfe seien aber noch wenig konkret, das Opfer noch nicht vernommen worden. Zur Anzeige gebracht hätten die Vorwürfe eine Pastorin und besorgte Eltern der Werkstattschule.

Manfred A. habe über seinen Anwalt angekündigt, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen. "Das ist das übliche Prozedere", sagt Lückemann. Er weist zudem darauf hin, dass es sich um eine niederschwellige Art des sexuellen Missbrauchs handele. Das Strafmaß dafür liege im Falle einer Verurteilung zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft. "Davon sind wir aber noch weit weg", so Lückemann. Weitere Vorwürfe gegen den Beschuldigten seien bisher nicht bekannt geworden.

Gegen Manfred A. ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit dem Klettertod des 17-jährigen Bruders des mutmaßlichen Missbrauchsopfers. Er war am 29. März im Elbsandsteingebirge 25 Meter tief vom "Schraubenkopf" in die Tiefe gestürzt, als er sich als Vorkletterer aussicherte, ohne sich zuvor am Gipfel festgemacht zu haben. A. war damals der Betreuer der zehnköpfigen Gruppe.

Der ehemalige Jugendtrainer des Wasserspringerclubs Rostock engagierte sich zudem als Springwart beim Norddeutschen Schwimmverband. Wegen der schweren Vorwürfe gegen ihn wurde er von dessen Präsidenten Jürgen Kramer aber beurlaubt. "Ich habe gar keine andere Möglichkeit", sagt er. Der Wasserspringerclub als ehemaliger Verein von A. wollte zu den Vorwürfen zunächst keine Stellungnahme abgeben. Ob die Vorwürfe sich auf eine Tat im Verein oder im familiären Bereich beziehen, ist laut Oberstaatsanwalt Lückemann noch nicht klar. Zu den bestehenden Vorwürfen hat sich auch der Großvater des mutmaßlichen Opfers geäußert. "Selbst in der Familie wird darüber ganz wenig gesprochen", sagt er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen