Missbrauch an Schweriner Schule

Die Kripo ermittelt in Schwerin gegen einen 55-jährigen Betreuer, der Kinder einer Grundschule sexuell missbraucht haben soll. Der Mann arbeitete für einen kirchlichen Verein in dem Freizeittreff der Schule.

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19. Mai 2008, 07:51 Uhr

Schwerin - Eltern von Kindern an der Schweriner Grundschule „Mueßer Berg“ sind schockiert. Ein 55-jähriger Betreuer des Freizeittreffs der Schule soll mindestens zwei Mädchen im Alter von sechs und neun Jahren sexuell missbraucht haben. „Die polizeilichen Ermittlungen stehen vor dem Abschluss“, sagte gestern Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick auf Anfrage unserer Zeitung. Nach bisherigem Ermittlungsstand habe der Mann die Mädchen im Zeitraum vom 4. Januar bis 4. März mehrfach unsittlich gestreichelt, so der Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft.

Bekannt geworden ist der mutmaßliche Missbrauch, nachdem der Vater eines der beiden Mädchen Anzeige bei der Polizei gestellt hatte. Der Betreuer, der inzwischen nicht mehr im Freizeittreff arbeiten darf, wurde daraufhin vorläufig festgenommen. „Untersuchungshaft wurde danach allerdings nicht angeordnet, weil keine ausreichenden Haftgründe wie Verdunklungs- oder Fluchtgefahr gesehen wurden“, sagte Pick. Ob weitere Kinder von dem Beschuldigten missbraucht wurden, sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es.

Der Freizeittreff der Grundschule genießt einen guten Ruf. Denn die Schule liegt in einem sozialen Brennpunkt im Schweriner Plattenbau-Viertel Mueßer Holz. Kinder bekommen in dem beliebten Treff eine warme Mahlzeiten und werden bis 13.30 Uhr von Erziehern einer kirchlichen Einrichtung betreut.
Auch die Lehrer der Schule sind von den Vorwürfen gegen ihren Kollegen geschockt. Einer der Pädagogen beschreibt den 55-Jährigen als „unauffällig, nett und bei der Arbeit mit Kindern engagiert“. Die Taten, die ihm zur Last gelegt werden, hätte ihm keiner zugetraut, sagen Lehrer.

Im vergangenen Jahr wurden laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik in Mecklenburg-Vorpommern 330 Kinder als Opfer sexuellen Missbrauchs regisriert. Die Zahl der Missbrauchsfälle ging im Vergleich zum Vorjahr damit um 6 Prozent zurück. 88,9 Prozent aller angezeigten Sexualdelikte konnte die Polizei im Jahr 2007 aufgeklären.

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