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12. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

Lübz : Millionen für Straßenruinen

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In die Grundsanierung von Straßen wird die Stadt in diesem und im nächsten Jahr weit mehr als eine Million Euro investieren. Darin nicht eingerechnet sind die Kosten für parallel ausgeführte Kanalbauarbeiten.

svz.de von
erstellt am 30.Apr.2011 | 12:10 Uhr

Lübz | Allein in die Grundsanierung von Straßen wird die Stadt in diesem und im nächsten Jahr weit mehr als eine Million Euro investieren. Darin nicht eingerechnet sind die Kosten für parallel ausgeführte Kanalbauarbeiten durch den Eigenbetrieb Abwasser, deren Höhe noch nicht in jedem Fall feststeht.

Ein Projekt betrifft den nächsten Ausbauabschnitt der Scharnhorststraße/Hinter der Wohrte vom Verwaltungsgebäude der Wohnungsverwaltung an links um die Ecke bis zur Kreuzung Plauer Straße/Plauer Chaussee/Schützenstraße. In der Scharnhorststraße warnt mittlerweile ein Schild Autofahrer vor der zerstörten Strecke, deutlich sichtbar durch zahllose, tellergroße Löcher im Asphalt. "Unter ihm befindet sich noch Pflaster, so dass der Untergrund denkbar schlecht ist", sagt Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachbereiches Bau im Amt Eldenburg Lübz. "Wenn es friert, bauen sich Spannungen in der Oberfläche auf, weil das Wasser wegen des hier lehmigen Untergrundes nicht versickern konnte und es bei Frost deshalb die Deckschicht sprengt. Bei Minustemperaturen dehnt es sich um rund neun Prozent aus." Um solche Schäden zu verhindern, bestehe eine neue Stadtstraße aus vier Schichten: Ganz unten Kies, darauf Schotter (beide machen die Ausdehnung des Wassers ohne Probleme mit) und darauf zwei Lagen Asphalt - eine in grober, die letzte in kleiner Körnung. Bei Bundesstraßen gelten wegen der höheren Belastung andere Vorgaben.

Die Straßenbauarbeiten in genanntem Bereich kosten schätzungsweise 290 000 Euro, hinzu kommt noch die Erneuerung des Kanalsystems. "Die Rohre wurden mit Kameras befahren und daher weiß man, dass auch hier akuter Handlungsbedarf besteht", berichtet Salomon. "Man darf es sich nicht so vorstellen, dass die Leitungen völlig verschwunden sind, aber es gibt zum Beispiel Risse, es fehlen Teile oder sie sind an den Muffen undicht." Nach Ende der Arbeiten werde es in Lübz nur noch sehr wenige Bereiche geben, in denen die Kanalisation nicht erneuert wurde. Die bis zur Wende vielfach noch vorhandene Mischkanalisation, also das Abfließen von Regen- und Abwasser durch ein Rohr, gehört bereits überall der Vergangenheit an.

Bis auf Restabstimmungen sind für die Scharnhorststraße alle Unterlagen fertig, aber einen konkreten Bauablaufplan gibt es noch nicht. Salomon: "Jetzt wird ausgeschrieben. Mit Beginn der in diesem Bereich schätzungsweise acht bis zehn Wochen dauernden Arbeiten rechne ich im Sommer." Von der 2002 begonnenen, in mehrere Abschnitte unterteilte Maßnahme ist der Bereich zwischen dem neuen Netto-Markt und der Plauer Chaussee bereits fertiggestellt. Das Regenwasser wird aus dem gesamten Bereich nach Durchlaufen eines Schlammabsetzbeckens in den Gerberbach geleitet.

Nach der Zusage von Fördermitteln soll im Spätsommer/September darüber hinaus der weitere Ausbau der Kreiener Straße - jetzt von der Thomas-Müntzer-Straße etwa bis zur katholischen Kirche - samt Kanalerneuerung beginnen. 2012 wird der letzte Abschnitt von der Kirche bis zum alten Kohlegraben folgen. Hier liegt die neue Kanalisation bereits. Gesamtkosten: Rund 630 000 Euro. Zudem sollte schon 2010 die Brücke in der Meyer-Behr-Straße neue Flügelwände bekommen, weil die alten unterspült sind. Dies geschieht jetzt Ende Mai/Anfang Juni.

Für das gesamte Amt Eldenburg Lübz gibt es einen Maßnahmeplan. Zum einen führt der Landkreis eine Prioritätenliste mit über die Dorferneuerung umzusetzenden Vorhaben. Sie sind mit dem Schweriner Landwirtschaftsministerium abgestimmt, das von der EU gezahlte Gelder verwaltet. Außerdem gibt es das Bodenordnungsverfahren, das auch die Bezahlung von Vermessungsleistungen beinhaltet. Abgerechnet wird hier über das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU, früher StAUN, das Staatliche Amt für Umwelt und Natur). Nicht alle Gemeinden befinden sich im Bodenordnungsverfahren, doch unabhängig davon kommen alle Fördermittel aus demselben Topf und auch die Förderhöhe ist gleich. "Eines scheint klar zu sein: Nach gegenwärtigen Äußerungen wird Mecklenburg-Vorpommern schon 2013 nicht mehr im ,Ziel-1-Gebiet, also einer Region mit dem größten Förderbedarf, liegen. Dies bedeutet die Auszahlung von deutlich weniger Fördermitteln, was die Zahlung eines höheren Eigenanteils nach sich zieht", erläutert der Bauverantwortliche. "Angeführt wird, dass mehrere neue Partner in der EU einen noch größeren Nachholbedarf haben. Es gibt zwar eine bestätigte Prioritätenliste, aber Fördermittel wurden noch nicht ausgezahlt." In Broock - Teilnehmer am Bodenordnungsverfahren - stehe die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes der Wegeverbreiterung in Richtung Ziegelei Benzin mit einem Stichweg im Ort an.

"Ursprünglich hatten wir im Baubereich nicht damit gerechnet, noch so viel in Angriff zu nehmen", sagt Salomon. "Die finanzielle Lage gebietet, zu sparen, aber noch gibt es Fördermittel und angesichts dessen kann eine verträgliche Kreditaufnahme sinnvoller sein, als diese absehbar auslaufende Möglichkeit nicht zu nutzen. Außerdem gibt es Stellen, an denen wir mitbauen müssen. Generell ist jede der Maßnahmen kein Selbstzweck, sondern erforderlich."

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