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Plau am See : Milchkühe statt Mastschweine

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Der Luftkurort kann durchatmen: Beim Plauer Firmenverbund Landgut GmbH und Milchgut GmbH & Co. KG sollen mehr als 2000 Plätze für die Mast von Schweinen wegfallen.

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erstellt am 04.Nov.2011 | 11:18 Uhr

Der Luftkurort kann durchatmen: Beim Plauer Firmenverbund Landgut GmbH und Milchgut GmbH & Co. KG sollen mehr als 2000 Plätze für die Mast von Schweinen wegfallen. „Das wird viele Plauer und Touristen freuen, weil dadurch typische Geruchsbelästigungen ausbleiben“, betont Landgut-Geschäftsführer Hauke Hansen die Vorzüge dieser Entscheidung.
Die Vorfreude ist allerdings verfrüht, denn: Statt der Schweinemast ist geplant, den aktuellen Viehbestand von derzeit 1000 Milchkühen auf 2500 aufzustocken: „Wir haben einen entsprechenden Bauantrag laufen“, bestätigt Hansen. Im Rahmen eines umfangreichen Verfahrens seien derzeit alle Aspekte dieser Erweiterungsplanung auf dem Prüfstand „bis hin zu den Auflagen des Bundesimmissionsschutzgesetzes“. Die entsprechenden Gutachten und fachlichen Stellungnahmen seien fertig. Das Genehmigungsverfahren sei inzwischen relativ weit fortgeschritten, aber an einen Baubeginn noch in diesem Jahr sei nicht zu denken.
Hansen räumt ein, dass es sich zwar um ein relativ großes Vorhaben handelt, „das aber die relativ geringe Viehdichte weder in der Gemarkung noch in der Region nennenswert erhöhen wird“. Im Endeffekt werde noch nicht einmal ein Viertel oder ein Drittel der Viehdichte von Westfalen oder dem Allgau erreicht, „und auch da machen viele Menschen gern Urlaub“.
Inzwischen formiert sich erster Widerstand. Ausbaugegner rechnen auf einem Flugblatt vor, dass allein für die vorgesehene Biogasanlage eine Bodenfläche von 200 Hektar mit Mais bepflanzt werden müsse. Zur Futterversorgung mit Mais für 2500 Milchkühe sei sogar eine Bodenfläche von 650 Hektar notwendig, was Hauke auch bestätigt. Das berge, so das Flugblatt, die Gefahr einer Monokultur.
Hauke Hansen kontert diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass außer Mais noch Gras und Silage zum Viehfutter zählen und Land- und Milchgut gemeinsam rund 1400 Hektar Bodenfläche bewirtschaften: „Wir erzeugen unser Viehfutter im eigenen Betrieb“.
Auch auf den Hinweis, dass sich pro Jahr Gülle in der Größenordnung von 50 000 Kubikmeter ansammelt, weiß der Geschäftsführer eine Antwort: Es sei vorgesehen, eine Biogasanlage zu errichten, „die im Wesentlichen mit Gülle betrieben wird“. Dadurch werde einer Geruchsbelästigung durch Lagerung, Transport und Ausbringung der Gülle auf Ackerflächen entgegengewirkt.
Dennoch sehen Ausbaugegner die Gefahr, dass der touristische Wert von Plau auf dem Spiel stehen könnte: „Luftkurort ... ade !“ schreiben sie. Das Vorhaben sei geeignet, alle bisherigen Bemühungen zu zerstören, die Region attraktiv zu gestalten und aus Plau am See einen lebenswerten Ort zu machen.

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