Milchbauern machen mobil gegen sinkende Preise

Stießen mit einem Glas Mich nach dem Unterzeichnen der Vereinbarung über den Beitritt als fördernde Mitglieder an:  Die Vorstände des Kreisbauernverbandes und des Kreisteams des BDM. Foto: M. Seifert
Stießen mit einem Glas Mich nach dem Unterzeichnen der Vereinbarung über den Beitritt als fördernde Mitglieder an: Die Vorstände des Kreisbauernverbandes und des Kreisteams des BDM. Foto: M. Seifert

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11. März 2008, 08:24 Uhr

Ludwigslust - Die Situation für die Milchbauern des Kreises ist dramatisch: Seit Beginn des Jahres 2008 haben die Molkereien den Preis für die Milch massiv gesenkt. Für den Monat März wird ein Rückgang auf deutlich unter 35 Cent pro Liter prognostiziert. Aber bei gestiegenen Produktionskosten von fünf bis sieben Cent pro Liter werden die Milcherzeuger dann erheblich schlechter gestellt sein als noch vor einem Jahr.

„Und das wollen und können wir nicht hinnehmen“, so Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ludwigslust. Vor diesem Hintergrund trafen sich jetzt am Montagabend der Vorstand des Kreisbauernverbandes und des Kreisteams des BDM in Ludwigslust, um ein neues, schlagkräftiges Bündnis zu formieren, als Interessenvertretung der Bauern im Kampf um faire und vor allem die Existenz sichernde Milchpreise.

„Das ist für uns ein denkwürdiger Tag, in dieser Konstellation wohl bisher einmalig, dass Bauernverband und BDM sich zusammenschließen und damit ein Zeichen setzen, um einen Rückgang der Milchpreise nicht zuzulassen“, brachte es Roswitha Beu, Vorsitzende des Kreisbauernverbandes und Vizepräsidentin des Landesbauernverbandes MV, auf den Nenner.

Mit der Absichtserklärung, für die Interessen der Bauern die Kräfte zu bündeln, sollen Abstimmungsprobleme und Differenzen der Vergangenheit ausgeräumt werden. „Ewige Streitereien nutzen keinem, streiten müssen wir uns mit den Molkereien“, so Roswitha Beu. Hauptproblem war die nicht funktionierende Kommunikation beider Verbände, jetzt wollen beide Partner gemeinsam in eine Richtung marschieren, meint Harald Elgeti.

Alle in der Runde waren sich einig und Peter Guhl vom Hof Weitenfeld in der Teldau brachte es auf den Punkt: „Wir müssen uns dagegen wehren, dass der Milchpreis weiter runtergeht, wir müssen etwas unternehmen. Es gibt überhaupt keinen Grund, die Preise so drastisch zu senken. Derzeit sind die Auszahlungspreise miserabel. Um Druck auf die Molkereien auszuüben, brauchen wir einen Zusammenschluss aller Milchbauern. 40 Cent pro Liter sind machbar, die brauchen wir auch, um dauerhaft bestehen zu können. Die Zeit ist reif zum Handeln, wir müssen einen Schulterschluss erreichen.“

Als Konsequenz könne das für die Milchbauern in der Praxis auch so aussehen, die Molkereien zwei, drei Tage oder auch länger nicht zu beliefern. Den Hahn einfach aufzudrehen und das weiße Gold einmal wegzukippen, um zu zeigen, wer den längeren Atem hat.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung beider Vorstände, dass der Kreisbauernverband Ludwigslust e.V. förderndes Mitglied beim BDM und umgekehrt der BDM beim Kreisbauernverband wird, ist der Anfang gemacht. Dabei steht das Anliegen im Vordergrund, über den Kreisbauernverband agrarpolitisch aktiv zu werden, während sich der BDM um die Vermarktung kümmern soll. „Unsere Mitglieder wollen wissen, wie wir dauerhaft 40 Cent pro Liter bekommen. Darüber werden wir auf der ersten gemeinsamen Info-Veranstaltung beider Verbände am 25. März ab 10 Uhr in der Gaststätte Pritzier diskutieren“, ergänzt Harald Elgeti.

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