Metaller machen Druck

Rund 500 Beschäftigte der Warnowwerft, Neptunwerft und von Caterpillar haben gestern Mittag die Arbeit niedergelegt. Sie setzen sich mit der Aktion für die Beibehaltung der geförderten Altersteilzeit ein. Heute sollen die Tarifverhandlungen dazu weitergehen.

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17. Juni 2008, 08:01 Uhr

Warnemünde - Es ist gegen 12.30 Uhr, als sich gestern Mittag rund 500 Beschäftigte der drei Betriebe Neptunwerft, Caterpillar und Warnowwerft versammeln. „Mit ihrer Aktion setzen sie sich für den Erhalt der geförderten Altersteilzeitregelung ein“, sagt Rüdiger Klein von der IG Metall. Die bisherige Regelung soll im kommenden Jahr auslaufen. Sie ermöglicht älteren Arbeitnehmern, mit Abschlägen vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden. Auf der anderen Seite ist sie für den Nachwuchs, der zum Beispiel in den Unternehmen ausgebildet wird, die Chance, in die Arbeitswelt einzusteigen. „Wenn ein Kollege aussteigt, dann muss auch ein Nachfolger einen Job haben“, sagt Aker-Betriebsratsvorsitzender der Warnowerft Harald Berndt.

Knochenarbeit trotz moderner Produktion
Inzwischen gibt es hochmoderne Produktionsverfahren bei den Schiff- und Motorenbauern in Warnemünde, doch es gibt noch viel körperlich schwere Arbeit. „Der Job ist hart, da kann man einfach nicht bis 67 arbeiten. Wer ist denn wirklich in der Lage, in dem Alter noch durch die engen Schiffssektionen zu hangeln“, sagt Armin Vollrath. Für den 51 Jahre alten Schiffbauer geht es aber nicht nur um das vorzeitige Ausscheiden. „Wir wollen damit auch Platz machen für die jungen Leute“, so Vollrath.

„Mit der Altersteilzeit können die Kollegen halbwegs gesund in Rente gehen“, sagt Berndt. Bislang sei die Regelung auf der Warnowwerft gern genutzt worden, auch wenn es finanzielle Einbußen gibt.

Tarifverhandlungen werden fortgesetzt
Heute gehen in Baden-Württemberg die Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und Arbeitgebern weiter. „Gerade dafür wollen wir ein Zeichen setzen“, so Klein. Inzwischen ist die so genannte Friedenspflicht abgelaufen. „Ich hoffe, dass die Verhandlungspartner die Signale richtig verstanden haben. Denn wir könnten jetzt richtig streiken“, sagt Berndt.

Seit dem Abschluss des Altersteilzeit-Tarifvertrages im Jahre 1997 hat sich der Arbeitsmarkt radikal verändert. Damals hatte die Branche gerade innerhalb von vier Jahren eine Million Arbeitsplätze verloren; die Firmen benötigten ein Instrument, Mitarbeiter frühzeitig sozialverträglich in den Ruhestand zu schicken. Heute suchen viele Unternehmen Fachkräfte.


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