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Schwerin: Konzern rüstet Sicherheitstechnik auf : Metalldiebe bremsen die Bahn aus

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Die Deutsche Bahn wird im Nordosten von einer Welle von Metalldiebstählen überrollt: Im Vergleich zu 2009 stieg die Zahl der Delikte im vergangenen Jahr um sage und schreibe 94,1 Prozent.

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2011 | 10:11 Uhr

Die Deutsche Bahn wird im Nordosten von einer Welle von Metalldiebstählen überrollt: Im Vergleich zu 2009 stieg die Zahl der Delikte im vergangenen Jahr um sage und schreibe 94,1 Prozent. So zählte das Unternehmen 165 Fälle im Jahr 2010, 2009 waren es noch 85, sagte gestern der Leiter der Konzernsicherheit, Gerd Neubeck. Besonders betroffen seien die Strecken Berlin-Hamburg und Berlin-Stralsund über Pasewalk. Den materiellen Schaden bezifferte die Bahn für MV auf rund 800 000 Euro im vergangenen Jahr. Bis gestern seien für 2011 rund 80 Fälle im Nordosten registriert worden. Der hohe Anstieg werde auf die einerseits geringer ausgelastete Verkehrsinfrastruktur und andererseits auf die Nähe zu Osteuropa zurückgeführt.

Um dem Treiben Einhalt zu gebieten rüstet der Konzern nun auf: So sei an eine Kennzeichnung von Kabeln in Form von sogenannter "künstlicher DNA" sowie an den Einsatz anderer für Täter unsichtbarer Markierungsmethoden gedacht. "In den Schwerpunktregionen werden wir unsere Buntmetalle zurückverfolgbar machen. Auf dem Schrottplatz werden wir also jederzeit die Täter ermitteln können", sagte Neubeck.

Zusätzliches Personal

Zudem würde zusätzliches Sicherheitspersonal in Uniform und zivil eingesetzt. Darüber hinaus wolle man mehr Überwachungstechnik installieren. "Wir sprechen auch Schrotthändler an und erklären ihnen, wie sie Bahn-Metalle erkennen können und warnen sie, solches Diebesgut aufzukaufen", sagte der Sicherheitschef. Besonders begehrt bei den Dieben seien Oberleitungen, Verankerungen und Teile der Leit- und Sicherungstechnik, ergänzte der Bereichsleiter Ost der Bahn, Arvid Kämmerer. Zugleich beeilte er sich, zu versichern, dass "die Fahrgäste nicht in Gefahr" seien: "Die Signale werden bei entsprechenden Eingriffen auf Rot gestellt. Wir sind immer im sicheren Bereich."

Für die Täter hingegen seien Buntmetalldiebstähle mit hohem Risiko verbunden. Von den Oberleitungen der Bahn gehe eine lebensgefährliche Spannung von 15 000 Volt aus. Zudem sei das Risiko überführt zu werden, statistisch sehr groß, warnte Sicherheitschef Neubeck. Im Jahr 2010 seien 500 Täter ermittelt worden - jeder fünfte Täter gehe also ins Netz. Gegen die Diebe geht die Bahn auch zivilrechtlich vor. "Wir fordern konsequent Schadenersatz ein. Bei Buntmetall im Wert von 100 Euro können schnell mehrere hunderttausend Euro Schadenersatz zusammenkommen", so Neubeck. Es würden nicht nur der Materialschaden, sondern auch die Kosten der Auswirkungen auf den Zugverkehr in Rechnung gestellt.

Bundesweit waren im vergangenen Jahr 8000 Züge von Buntmetalldieb stählen beeinträchtigt, zehn Millionen Euro Schaden seien der Bahn entstanden. Neben dem materiellen Schaden, der der Bahn durch die Metalldiebstähle entstehe, hätten diese oftmals auch gravierende Auswirkungen auf den Betriebsablauf.

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