Gericht stoppt Windkraft : Mestlin zeigt Windrädern rote Karte

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Im Landkreis Parchim wächst der Widerstand gegen Windkraftanlagen. Die Gemeinde Mestlin bleibt windkraftfreie Zone, das bestätigte das Oberverwaltungsgericht Greifswald. Die Investoren wollen das Urteil prüfen.

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09. November 2010, 08:47 Uhr

Mestlin | Die Mestliner Gemeindevertreter lehnen seit Jahren den Bau von Anlagen auf ihrem Territorium ab, um Kraniche und Störche zu schützen. Dagegen waren zwei Investoren gerichtlich vorgegangen. Ihnen bleibt jetzt nur noch der Weg zum Bundesverwaltungsgericht.

Auch im Bereich Lübz setzten sich die drei Gemeinden Karbow-Vietlübbe, Kreien und Wahlstorf gegen Windkraftspargel durch (wir berichteten). Sie überzeugten den Regionalen Planungsverband, entsprechende Eignungen aus dem Raumentwicklungsprogramm zu streichen. Die Windkraft-Gegner argumentieren mit Naturschutz und Tourismus.

In Mestlin wird es auch vorerst keine Windkraftanlagen geben. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hat kürzlich auf die Berufungen des Landkreises Parchim und der Gemeinde Mestlin die beiden Urteile des Verwaltungsgerichts Schwerin geändert und die Klagen der beiden Windenergieanlagenbetreiber auf Genehmigung der Windenergieanlagen im Eignungsraum Mestlin abgewiesen. "Die Urteile des Oberverwaltungsgerichts sind noch nicht rechtskräftig; die Kläger können jeweils Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesverwaltungsgericht erheben", so Pressesprecher Martin Redeker auf SVZ-Anfrage. Dr. Wolfgang Nehls, einer der beiden Windanlageninvestoren, sagte, dass er die schriftliche Urteilsbegründung abwarten werde und sich weitere rechtliche Schritte vorbehalte.

Rückblick: Die Gemeindevertretung Mestlins spricht sich seit Jahren vehement gegen den Bau von Windkraftanlagen auf ihrem Territorium aus. Die ablehnende Haltung wird vor allem auf das Vorkommen der Kraniche und Störche gestützt, die geschützt werden müssten. Außerdem werde die Natur verschandelt, die Geräusche der Anlagen sowie die nächtlichen Blinklichtanlagen und Schlagschatten der Anlagen beeinflusse die Psyche negativ, heißt es in den Argumenten der Gegner. Die Befürworter, neben den Investoren auch die Politik, dagegen setzen auf regenerative Energieformen wie Windkraft und fördern diese auch finanziell.

Die zuständigen Genehmigungsbehörden für den Bau von Windkraftanlagen sind der Landkreis Parchim und das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN). Beide hatten die Genehmigungsanträge abgelehnt. Dagegen klagte der Investor vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Die Richter empfahlen den beiden Behörden, über die Genehmigungen neu zu entscheiden. Gegen diesen Beschluss legten die Beklagten - der Landkreis und das StAUN eine Berufungsklage beim Oberverwaltungsgericht ein.

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