Messerstecherin zu drei Jahren verurteilt

Die 18-jährige Täterin (Mitte) verließ gestern das Gericht.
Die 18-jährige Täterin (Mitte) verließ gestern das Gericht.

Das Urteil fiel härter aus, als von der Staatsanwaltschaft gefordert: Die 18-jährige Berufsschülerin, die im Februar in Rostock einen Busfahrgast mit einem Messer attackierte, muss eine dreijährige Jugendstrafe verbüßen.

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22. September 2008, 08:03 Uhr

Rostock - Das Landgericht Rostock verurteilte die junge Frau gestern wegen versuchten Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert. Der Haftbefehl bleibt außer Vollzug, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Der Prozess hatte vor knapp zwei Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor der Jugendkammer des Rostocker Landgerichts begonnen.

Die zur Tatzeit 17 Jahre alte Jugendliche pöbelte in einer Gruppe von vier Männern und drei Frauen in einem Nachtbus Fahrgäste an und bespuckte sie auch.

Als zwei 21-jährige Männer dagegen einschreiten wollten, eskalierte die Situation. Nach Verlassen des Busses wurden die beiden geschlagen und getreten, anschließend stach die junge Frau, die Kampfsport betreibt, einem der Männer in einem Rostocker S-Bahn-Tunnel mit einem Klappmesser brutal in den Rücken. Es sei Zufall gewesen, dass das Opfer nicht lebensgefährlich verletzt wurde, sagte ein Gerichtssprecher, da der Stich in der Nähe lebenswichtiger Organe erfolgte.

Nach der Tat hatte sich die Jugendliche gemeinsam mit ihren Begleitern bei der Polizei gemeldet. Bei ihrer Vernehmung gestand sie die Tat und sagte aus, dass es ihr egal gewesen sei, ob sie das Opfer verletzt habe. Die junge Frau ist bereits wegen weiterer Gewaltstraftaten vorbestraft.

Nach der Tat wurde sie in Untersuchungshaft genommen, der Haftbefehl wurde aber nach eineinhalb Monaten außer Vollzug gesetzt. Der Verteidiger der Frau, Thomas Paul, erklärte gestern, seine Mandantin sei schockiert über die Strafhöhe.

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