Merkel sieht Zukunft der Wadan-Werften optimistisch

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14. August 2009, 08:43 Uhr

Die Schweriner Landesregierung hat auch nach dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew noch Klärungsbedarf wegen der Wadan-Werften. Das Signal aus Sotschi sei positiv, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Freitag in Schwerin in einer ersten Stellungnahme. Er bat Merkel um ein kurzfristiges Gespräch, um noch vor der Sitzung des Gläubigerausschusses mehr Informationen über die in Russland besprochenen Einzelheiten zu erhalten. Das Kabinett kommt am Montag zu einer Sondersitzung zusammen. Der Gläubigerausschuss hat bei einem Übernahmevertrag das letzte Wort.

Merkel hatte sich am Freitag nach der Zusammenkunft mit Medwedew zuversichtlich über die Zukunft der insolventen Schiffbaubetriebe in Wismar und Rostock-Warnemünde geäußert. „Hier bahnt sich eine Kooperation an“, sagte sie. Merkel betonte, es gehe bei Wadan um „gemeinsame Interessen“. Russland brauche Schiffe - etwa Eisbrecher oder Transportschiffe für verflüssigtes Erdgas -, und die Wadan-Werften seien in der Lage, diese zu bauen.

Der russische Energiemanager Igor Jussufow will die Schiffbaubetriebe übernehmen. Der ehemalige russische Energieminister sitzt im Aufsichtsrat des Energiekonzerns Gazprom. Als Kaufpreis für beide Werftstandorte ist eine Summe von 40,5 Millionen Euro im Gespräch. Das Konzept sieht vor, bis zu 1600 Werftmitarbeiter zu übernehmen.

Merkel sprach von einem „intelligenten Projekt“ und einem „sehr seriösen Interesse“ Jussufows. Eine Voraussetzung für das Geschäft sind jedoch neue Aufträge. Die Werften hatten dringend auf ein politisches Signal von Medwedew gewartet. Medwedew machte jedoch keine konkreten Zusagen. Er betonte, es handele sich bei Wadan um private Investitionen. Der russische Präsident sagte lediglich, die Regierung werde die Verhandlungen „genau beobachten“.

Sellering maß der Aussage Merkels, es bahne sich eine Kooperation an, entscheidende Bedeutung bei. Das Vorhaben des Investors, die Werften langfristig durch Aufträge aus Russland abzusichern, werde nur in einer strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland gelingen, sagte er. Die Unterstützung beider Regierungen sei notwendig.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) unterstrich, dass nur konkrete und wirklich durchfinanzierte Aufträge die Zukunft der Schiffbaubetriebe sichern. „Hier gibt es noch viel zu tun“, sagte Seidel. Er sprach sich zugleich dafür aus, den parafierten Kaufvertrag zügig in den zuständigen Gremien zu behandeln. „Dabei werden wir weiter darauf achten, dass die Interessen des Landes gewahrt und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben“, betonte er. Der Investor übernehme mit Abschluss des Vertrages eine hohe Verantwortung insbesondere gegenüber den Mitarbeitern.

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