Menschen in MV sehen die Einheit besonders positiv

%_rot-auszeichnung_%Geschichte in Geschichten - Sonderedition 'Was noch geschah'%__rot-auszeichnung_%'Wir sind das Volk...' - mit diesen Worten begann 1989 die friedliche Revolution in der Ex-DDR. Eine Zeit, die  Sarah Bochnia, Auszubildende bei der AOK, nur vom Erzählen kennt - vor 20 Jahren wurde sie gerade geboren.   Ein Grund zurückzublicken. Wir versuchen, die 'Geschichte in Geschichten' zu erzählen, zeigen Schlaglichter sowohl aus Mecklenburg-Vorpommern als auch aus Schleswig-Holstein. Ein einmaliges Gemeinschaftsprojekt von ost- und westdeutschen Verlagen:      <strong>Die Einheits-Beilage</strong><foto>Klawitter</foto>
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%_rot-auszeichnung_%Geschichte in Geschichten - Sonderedition "Was noch geschah"%__rot-auszeichnung_%"Wir sind das Volk..." - mit diesen Worten begann 1989 die friedliche Revolution in der Ex-DDR. Eine Zeit, die Sarah Bochnia, Auszubildende bei der AOK, nur vom Erzählen kennt - vor 20 Jahren wurde sie gerade geboren. Ein Grund zurückzublicken. Wir versuchen, die "Geschichte in Geschichten" zu erzählen, zeigen Schlaglichter sowohl aus Mecklenburg-Vorpommern als auch aus Schleswig-Holstein. Ein einmaliges Gemeinschaftsprojekt von ost- und westdeutschen Verlagen: Die Einheits-BeilageKlawitter

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30. September 2010, 08:43 Uhr

SCHWERIN | Im Norden sehen die Menschen die deutsche Einheit positiver als andere. Allerdings ist auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschland für nahezu jeden Mecklenburger weiter geteilt. Nach einer repräsentativen Umfrage der Schweriner Volkszeitung sieht nur jeder 50. Bürger in MV keine Unterschiede mehr zwischen Ost und West, knapp 98 Prozent dagegen schon. Trotz dieser massiv wahrgenommenen Unterschiede weint der untergegangenen DDR die übergroße Mehrheit keine Träne nach: 83,8 Prozent der Bürger in MV bewerten die Wiedervereinigung als richtig, nur jeder Zehnte hält sie für falsch.

Für Mehrheit hat sich das Leben verbessert

Damit stehen die Mecklenburger der Einheit noch aufgeschlossener gegenüber als der Durchschnitt der Ostdeutschen. Nach einer Untersuchung des Instituts für Marktforschung Leipzig sind 75 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern froh über das vereinigte Deutschland, dagegen halten über 13 Prozent der Ostdeutschen die DDR immer noch für den besseren Staat.

In der Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage liegen die Bürger in MV exakt im Osttrend. 54,3 Prozent gaben an, dass sich ihr Lebensniveau verbessert habe. Jeder Dritte allerdings verneint dies. Nach Angaben der statistischen Landesämter stieg das in den neuen Bundesländern erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1991 bis 2009 um 77 Prozent. Im alten Bundesgebiet waren das nur 19 Prozent. Allerdings gingen mit dem tiefgreifenden Strukturwandel seit 1991 zwischen Kap Arkona und Fichtelberg jedoch auch etwa eine Million Arbeitsplätze verloren. Zeitgleich verdreifachte sich die Arbeitsproduktivität.

Mauerfall noch immer präsent

Überraschend klar sprechen sich die Norddeutschen in der Umfrage der Schweriner Volkszeitung für eine weitere intensive Aufarbeitung der DDR-Geschichte aus. Für 82,5 Prozent der Befragten ist die Beschäftigung mit der Vergangenheit "sehr wichtig". Nur für jeden Siebten ist dies "eher unwichtig", 4,1 Prozent interessierte der untergegangene Arbeiter- und Bauernstaat nicht.

Auch 20 Jahre später erinnern sich die Mecklenburger genau, wie sie den Mauerfall erlebt haben. Über die Hälfte der Befragten saß in Familie oder mit Freunden gemeinsam vorm Fernseher bzw. vorm Radio. Jeder 33. gab an, diesen historischen Augenblick nicht sofort bemerkt zu haben, jeder 66. hatte ihn im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen.

Für die Studie wurden 800 Bürgerinnen und Bürger schriftlich befragt.

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