Mensch kann Schwein anstecken

Neu am Schweinegrippe-Virus 2009 ist, dass er nicht nur vom Schwein zum Menschen, sondern auch von Mensch zu Mensch überspringen kann.
Neu am Schweinegrippe-Virus 2009 ist, dass er nicht nur vom Schwein zum Menschen, sondern auch von Mensch zu Mensch überspringen kann.

Mit der Ausbreitung des neuen Influenza-Virus H1N1 wächst auch das Risiko des Übergreifens auf Schweinehaltungsbetriebe. Denn in den Tieren könnten sich nach Ansicht von Experten Influenzaviren zu neuen gefährlichen Varianten mischen und außer Kontrolle geraten.

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14. August 2009, 07:51 Uhr

Ludwigslust/Hagenow | Im Landkreis Ludwigslust rechnet das Gesundheitsamt nach der Urlaubszeit und den Ferien mit einer zweiten Erkrankungswelle der Schweinegrippe. Bis gestern waren nur drei Fälle bekannt, bundesweit sind es mehr als 10 600.

Wie der Kreisbauernverband auf Anfrage mitteilte gäbe es bei den 680 landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis zirka 93 000 Schweine, deren Halter nun aufgefordert sind, ihre Seuchenschutzmaßnahmen zu verstärken. "Ich denke aber, dass alle Unternehmen, die Schweinefleisch produzieren, ohnehin konsequent auf die Einhaltung seuchenhygienischer Maßnahmen achten", ist sich Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, sicher.

In Europa ist das pandemische Influenza-Virus H1N1 bei Schweinen bisher noch nicht aufgetreten. Im Zusammenhang mit dem weltweiten Auftreten wurden jedoch in zwei Fällen in Alberta (Kanada) und in Argentinien Mensch-zu-Schwein-Übertragungen bekannt. Landwirtschaftsminister Till Backhaus bittet deshalb darum, in den Schweinehaltungsbetrieben ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der den Schweinehaltern aus der Hygieneverordnung bekannten, üblichen Biosicherheitsmaßnahmen und die Durchführung der bestandseigenen Kontrollen zu richten. Schweinehalter oder in der Schweinehaltung Beschäftigte, bei denen das neue H1N1-Virus nachgewiesen wird, sollten sich während der Zeit der Ansteckungsgefahr nicht in den Tierbestand begeben. Sollte es zu Ansteckungen von Schweinen kommen, unterstützt Backhaus das zwischen den Mitgliedstaaten abgestimmte Vorgehen. Hiernach sollen für betroffene Bestände für einen Zeitraum von sieben Tagen nach dem letzten klinischen Fall Verbringungsbeschränkungen angeordnet werden. Es gehe ihm darum, möglicherweise gefährdete Bereiche der Tierhaltung frühzeitig zu sensibilisieren, so der Minister weiter.

Im Kreis Ludwigslust selbst wartet man auf die Impfverordnung des Bundes, die noch diesen Monat kommen soll. Diese regelt u.a., wer impft, wer geimpft wird und wer die Impfung bezahlt. Der Impfstoff selbst soll im Oktober kommen. Bis dahin seien die allgemeinen hygienischen Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Diese sind zu finden auf der Seite www.rki.de unter dem Stichwort Infektionskrankheiten A-Z /Schweine-Influenza.

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