zur Navigation springen

20. Seesternpokal Rostock : Melanie und Thomas sind die Helden

vom

Die Lokalmatadore sind die Helden des 20. Seesternpokals gewesen, des bedeutendsten Turniertanz-Wettbewerbs von Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend in der Stadthalle in Rostock.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2012 | 12:13 Uhr

Rostock | Die Lokalmatadore sind die Helden des 20. Seesternpokals gewesen, des bedeutendsten Turniertanz-Wettbewerbs von Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend in der Stadthalle: Die für den TC Seestern Rostock startenden Berliner Thomas Jauerneck und Melanie Heider mussten als einziges der insgesamt 16 Paare sämtliche auf dem Programm stehenden 25 Tänze durchstehen. "Jeder davon ist mit einem 400-Meter-Sprint vergleichbar", sagt Jauer-neck. Gewissermaßen haben sie also zehn Kilometer tanzend auf dem Parkett zurückgelegt. Der Lohn: Sieg im Standard-Turnier, Wahl zum Publikumsliebling und - das war die wertvollste Leistung - Einzug ins Finale der superb besetzten Latein-Konkurrenz.

Deutsche Meister überragend mit glatter Einser-Wertung

Hier drehten die Deutschen Meister Balan/Bezzubova aus Pforzheim noch mal richtig auf und wurden sowohl bei Samba und Cha-Cha-Cha als auch Rumba, Paso Doble und Jive von allen Wertungsrichtern durchgängig auf Platz eins gesehen. Kaum minder überragend Jauerneck/Heider im Standard-Wettkampf: Für den Slowfox bekamen sie einstimmig die Eins gezeigt, und auch bei Langsamem Walzer, Tango, Wiener Walzer und Quickstep sahen stets drei oder vier der fünf Juroren die Einheimischen vorn. "Wir sind Norddeutscher Meister in zehn Tänzen, da wird auch was von uns erwartet", sagt Heider.

Neben dem begeisternden Auftritt des B-Teams des Deutschen Meisters in der Latein-Formation vom Grün-Gold-Club Bremen war das Latein-Turnier der sportliche Höhepunkt des Abends. Und in diesem präsentierten sich Jauer-neck und Heider sehr erwachsen, im direkten Vergleich beinahe zurückhaltend. So schien es, als ob sie bei ihrer Samba in der Vorrunde einige Takte mehr als ihre Mitstreiter brauchten, um auf die notwendige Latein-Temperatur zu kommen. Wie weggeblasen schienen diese Startschwierigkeiten in den folgenden Runden. Heider bestätigt: "Nach der Latein-Vorrunde war der Druck weg." Wohl auch, weil der Sieg im Standard-Turnier die Beine lockerte und den Kopf frei machte.

Im Latein schloss sich der Cha-Cha-Cha an. Und wenn dieser in der Sprache des Tanzes als Flirt verstanden wird, dann hat Heider ihren Partner um den Finger gewickelt - im positiven Sinne. Auch hier: Jauerneck und Heider flirten wie Erwachsene und grenzen sich mit ihren fließenden Bewegungen ab, die vor allem in den geschlossen getanzten Figuren ihre ganze Schönheit entfalten. Hier ist deutlich zu merken, dass sich das Erfolgspaar vom TC Seestern neben den Latein- auch und vor allem in den Standardtänzen zu Hause fühlt. Besonders zur Geltung kam dies in der Rumba - dem Tanz, der die Liebe verkörpert. Hier zeigten Heider und Jauerneck Harmonie und Eleganz auf höchstem Niveau - von gelungenen Figuren bis hin zu perfektem Ausdruck, der noch in ihrer innigen Schlussposition einen gelungenen Ausklang fand.

Ausdrucksstark absolvierte das Paar auch den Paso Doble. Hier stellt die Frau das rote Tuch dar, der Mann den Torero. Spanisches Temperament entzündete sich in jedem Fall. Mit Flamenco-Elementen, Kraft und Stolz spickten Heider und Jauerneck ihren Auftritt. Vorherrschend im Jive, dem letzten Tanz des Turniers, war der Witz. Im Gegensatz zu anderen Paaren auf dem Parkett setzten die Lokalmatadore hier ein bisschen auf Nummer sicher. Dass dies nicht immer das Schlechteste ist und eine souveräne Kür mitunter höher honoriert wird als überambitioniertes Abrackern, beweist der Einzug ins Finale.

Am Sonnabend steht der nächste Wettkampf an

Nach dem Wettkampf zeigte sich Jauerneck zufrieden: "Überhaupt ins Finale reinzurutschen war großartig. Unser Abschneiden gibt uns einen richtigen Schub für die Deutschen Standard-Meisterschaften in Mülheim an der Ruhr." Hier gehen Melanie und Thomas am Sonnabend an den Start.

Die 20. Auflage des Seesternpokals konnte sich sehen lassen. "Sportlich war das exzellent. Den Deutschen Latein-Meister hier begrüßen zu dürfen und dass das eigene Paar dann noch das Finale erreicht: Große Klasse, das hatten wir nicht erwartet", so Stefan Geipelt vom Veranstalter TC Seestern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen