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Bericht über Fahrradunfall löst heftige Debatte aus : Mehr Streifen der Polizei gefordert

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Der SVZ-Bericht über ein knapp zwei Jahre altes Mädchen, das in der Mecklenburgstraße von einem Rad fahrer erfasst und verletzt worden war, hat heftige Reaktionen hervor gerufen.

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2011 | 07:09 Uhr

"Ich ärgere mich jedes Mal, wenn wir einen Stadtbummel machen wollen, über die sowohl in der Mecklenburg- und in der Schmiedestraße als auch im Schlossgarten und im Grünhaus garten radelnden Radfahrer", empört sich unsere Leserin Ingrid Rosenthal. Und sie steht mit dieser Auffassung längst nicht allein. Der SVZ-Bericht über ein knapp zwei Jahre altes Mädchen, das in der Mecklen burgstraße von einem Rad fahrer erfasst und verletzt worden war, hat heftige Reaktionen hervorgerufen. "Polizei und Stadt müssen die Fuß gän gerzone stärker kontrol lieren", forderte die Mutter des verletzten Kindes, Manja Müller. Auf falsch parken de Autos und Hundehaufen habe das Ordnungsamt ein waches Auge, aber Rad fahrer könnten in der Innen stadt teilweise machen, was sie wollen, so ihr subjektives Empfinden.

"Den Eindruck von Frau Müller kann ich - selbst mit einem zweijährigen Kind oft in der Fußgängerzone - nur bestätigen. Problem sind dabei aber nicht nur die Radfahrer, sondern auch die vielen durchfahrenden Autos", berichtet Wolf gang Leist im Online-Forum unserer Zeitung. An einem Tag zum Beispie l seien in der Meck lenburg straße gegen 10.30 Uhr binnen weniger Minuten gut 15 Autos durchgefahren, zum größten Teil weit über der zu lässigen Schritt geschwindigkeit. Auch Kurt Gronkowski zeigt sich im Internet auf www.svz.de entrüstet: "Ich glaube nicht, dass in irgendeiner Stadt so eine Diskussion geführt würde. Warum heißt die Fußgängerzone wohl so? Bestimmt nicht, weil sie ein Radweg ist."

"Regelbewusstsein der Bürger schärfen"

Deutliche Kritik an der Polizei übt Björn Silbermann im Online-Forum: "Da wird ein Kind durch einen wilden Radfahrer verletzt, und der Revierleiter Wurzler redet das beschriebene Chaos klein, weil nur ein Unfall bei ihm aktenkundig ist." Und weiter: "Ich dachte immer, nach der Strukturreform der Polizei sind nun endlich mehr Strei fenbeamte aktiv zu sehen", so Silbermann. Rückendeckung für die Ordnungshüter gibt es hingegen von Klaus Dieter Schmitt: Angesichts von nur einem vergleichbaren Unfall in der Mecklenburgstraße im gesamten vergangenen Jahr könne er sich des Eindrucks nicht erwehren, "dass die Mecklenburgstraße zu den sichersten Straßen der Stadt gehört. Warum also sollte die Polizei gerade in diesem Bereich besonders wachsam sein?"

Tatsächlich sind die Regeln der Stadt für den sommerlichen Fahrradverkehr in der City eindeutig: Bis Ende September dürfen die Mecklen burgstraße zwischen Schlossstraße und Pfaffenteich, die Pusch kinstraße zwischen Schlossstraße und Markt, die Helenenstraße und die Schmiedestraße zwischen 10 und 18 Uhr von Radlern nicht befahren werden. Die Mecklen burg straße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Schlossstraße und die Schlossstraße selbst könne n genutzt werden - mit Schritt geschwindigkeit.

Die Fraktion der "Unabhängige Bürger" in der Stadtvertretung sieht sich durch die Kritik an der Situation in der Mecklenburgstraße in ihrer Forderung nach mehr Ordnung und Sicherheit in der Landeshauptstadt bestätigt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Fraktion fordert eine konzertierte Ak tion von Polizei und Ordnungsamt gegen Verkehrsrowdies. Neben der Durchsetzung der Durchfahrtsverbote müsse auch il le gales Parken bekämpft werden, letztlich dürften auch Geschwindig keitskon trol len nicht vergessen werden, so die Fraktion. Darüber hinaus ist nach Auffassung der Unabhängigen Bürger auch das Regelbewusstsein der Schweriner zu schärfen. Die Stadt sollte daher prüfen, ob durch zusätzliche Verkehrszeichen oder schriftliche Hinweise auf Schildern noch deutlicher auf die geltende Rechtslage hingewiesen werden kann. Hierzu will die Fraktion für die nächste Sitzung der Stadtvertretung einen Antrag vorbereiten.

Vize-OB und Ordnungsdezernent Dr. Wolfram Friedersdorff stellte bereits klar, wer für die Einhaltung der Regeln beim Fahrradverkehr in der Innenstadt zuständig ist: "Wir dürfen uns nur um den ruhenden Verkehr kümmern." Natürlich achteten die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes bei einem Rundgang durch die Fußgän gerzone auch auf Radler, die sich nicht an die Vor gaben hielten. Sie könnten aber keine Verbote durchsetzen, so Frieders dorff.

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