Mehr Sozialarbeiter

svz.de von
12. November 2008, 09:00 Uhr

Rund 3000 Schüler protestierten gestern im Land gegen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich. Einer der Kritikpunkte: Die Jugendlichen klagten über gestresste Lehrer, die gleichzeitig an mehreren Schulen tätig sind. Angesichts der so genannten Wanderlehrer und des Teilzeitzwangs in MV ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage zur Gesundheit der Pädagogen keine Überraschung: Überdurchschnittlich viele Kollegen fühlen sich überlastet. Die zahlreichen Schulgesetzänderungen der vergangenen Jahre und die besondere Situation im Flächenland mit seinen Schul-Fusionen und weiten Wegen setzen nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrern zu. Hinzu kommt die Überalterung in den Kollegien, die automatisch mit einem höheren Stressempfinden einhergeht.

Das von Bildungsminister Henry Tesch (CDU) angekündigte Programm zur Gewinnung junger Lehrkräfte packt einen Teil des Problems an. Die Unzufriedenheit, die in großen Schulen nach Zusammenlegungen wächst, lässt sich damit aber nicht beseitigen. Hier sind die Schulleiter und Lehrer allerdings auch selbst gefragt. Die Optimierung von internen Abläufen und den individuellen Umgang mit Stress können sie ebenso beeinflussen wie eine gerechte Kontrolle der Unterrichtsqualität. Unterstützung brauchen sie dagegen bei der Aufgabe, mit der wachsenden Zahl von verhaltensauffälligen Schülern fertig zu werden. Wenn Schulen zunehmend zu Erziehungsorten werden, dann benötigen sie auch Schulsozialarbeiter, die die Lehrer entlasten. Dieses Programm aber wird unter Rot-Schwarz eingefroren und nicht weiterentwickelt.

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