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Kreis Ostvorpommern erwägt erstmals Vollsperrungen : "Mehr Schlaglöcher als Straße"

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Durch Frostschäden drohen erste Straßen-Vollsperrungen in MV. Wie der Sprecher des Kreises Ostvorpommern, Krohn, gestern bestätigte. Am problematischsten sei die Situation zwischen Neuenkirchen und Leist.

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erstellt am 18.Jan.2011 | 11:03 Uhr

Durch Frostschäden drohen erste Straßen-Vollsperrungen in MV. Wie der Sprecher des Kreises Ostvorpommern, Christoph Krohn, gestern bestätigte, wolle man Ende dieser Woche entscheiden, ob Strecken zwischen Neuenkirchen und Leist, Levenhagen und Jarmshagen sowie Neuendorf und Loissin (alle bei Greifswald) für den Verkehr dicht gemacht werden. Am problematischsten sei die Situation zwischen Neuenkirchen und Leist: "Dort gibt es mehr Schlaglöcher als Straßenkörper", sagte Krohn.

Während die Kommunen mit den Gemeinde- und Kreisstraßen zu kämpfen haben, sieht die Lage auf den Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen noch etwas besser aus: "Vollsperrungen auf Grund der Winterschäden sind nicht bekannt", sagte der Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Manfred Rathert. Vollsperrungen seien auch die absolute Ausnahme - zuerst setze man auf Geschwindigkeitsreduzierungen und vorläufige Reparaturen.

Die jedenfalls bringen laut Krohn bei der besonders betroffenen Strecke zwischen Leist und Neuenkirchen nichts mehr. Deshalb setze man darauf, die Strecke nach Ende der Frostperiode umfangreicher instandzusetzen. Ob voll gesperrt werde, hänge übrigens von vielen Faktoren ab - schließlich seien der Schülerverkehr und auch der Rettungsdienst zu beachten. Diese und andere Institutionen sollen deshalb vor der Entscheidung noch befragt werden.

Derweil machen die Bürger, denen zumindest teilweise Immobilität droht, mobil: "Wir beabsichtigen eine Dienstaufsichtsbeschwerde an die Landrätin zu schicken. Das Problem ist seit Jahren bekannt und der Kreis erfüllt seine Pflichten nicht", sagte gegenüber unserer Redaktion Sigrid Biffar aus Leist, die mit anderen eine Interessengemeinschaft gegründet hat.

Die FDP-Fraktion im Landtag bekräftigte gestern ihre Forderung nach einem Schlagloch-Fonds des Landes, sagte ein Sprecher. Die Linksfraktion hatte jüngst ein ähnliches Programm verlangt. Den Forderungen schloss sich auch der Städte- und Gemeindetag MV an: "Es ist unbedingt notwendig, dass Bund und Land aktiv werden. Wenn wir beispielsweise wollen, dass wir als Tourismusland erreichbar sind, muss den Kommunen geholfen werden", sagte Referats-Chef Klaus-Michael Glaser. Man schätze, dass durch das Frostwetter in MV Straßenschäden in Höhe von etwa 50 Millionen Euro oder mehr verursacht worden seien. Der ADAC sprach jüngst sogar von 65 Millionen Euro.

Eine Übersicht über die Schäden in MV gebe es bislang nicht, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Bilanz werde im Frühjahr gezogen. Für die Bundes- und Landesstraßen, für die man zuständig sei, gehe man davon aus, dass die Mittel ausreichend seien. Laut der Sprecherin handele es sich dabei um 65 Millionen Euro im Jahr. Die Forderung nach einem Fonds sei auch Sache des Innenministeriums, da es sich auch um Kreis- und Gemeindestraßen handele. "Natürlich ist der Landesregierung die Notwendigkeit von Sanierungsarbeiten auf den Straßen nicht verborgen geblieben. Da der Winter aber meteorologisch längst nicht vorbei ist, wird sich die Landesregierung mit dieser Problematik beschäftigen, wenn die Frostperiode beendet ist", meinte dazu Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

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