Mehr Frische

von
10. Juni 2009, 09:49 Uhr

Das wurde aber auch Zeit. Warnungen vor drastisch sinkenden Bewerberzahlen in Deutschlands Wirtschaft hat es genug gegeben. Nicht nur im Handwerk ist der Lehrlingsmangel längst angekommen. Knapp 20 Prozent weniger Auszubildende zählte das Handwerk im vergangenen Jahr. Und es dürften angesichts weiter sinkender Schulabgängerzahlen mehr als weniger Ausbildungsplätze werden, die künftig unbesetzt bleiben. Das allein zu beklagen reicht nicht, um im Wettrennen um den Berufsnachwuchs zumindest im Vorderfeld mitmischen zu können.

Im Handwerk reift die Einsicht. Statt das Klagelied anzustimmen gehen die Betriebe in die Offensive und kehren vor der eigenen Haustür. Besser ein Meister, umwerben die Kammern in Mecklenburg-Vorpommern mit besten Ausbildungs- und vor allem Beschäftigungschancen junge Leute für eine Zukunft im Handwerk. Doch bunte Plakate oder ein als Gütezeichen für Ausbildung geltender Meisterabschluss allein werden noch keinen zusätzlichen Schulabgänger locken. Das deutsche Handwerk kommt nicht umhin, flexibler zu werden und Frische in manche angestaubte Handwerksstube einziehen zu lassen. Der Wandel mag für manchen gewöhnungsbedürftig sein. Ohne ihn wird der anstehende Generationswechsel in den Handwerksbetrieben aber nicht gelingen.


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