Mehr Borstentiere durch Mais - Wildschweine vermehren sich sprunghaft

Es gibt immer mehr Wildschweine in der Region. Ein Grund dafür ist auch, dass vermehrt Mais angebaut wird.  Foto: Archiv
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Es gibt immer mehr Wildschweine in der Region. Ein Grund dafür ist auch, dass vermehrt Mais angebaut wird. Foto: Archiv

Wildschweine sind auf dem Vormarsch. Schlemmins Forstamtsleiter Eckhard Hackert sagt, die Population im Landkreis Güstrow steigt enorm. Schuld daran sei auch der verstärkte Maisanbau in der Region. Der Druck auf Jäger wachse. Wird der so genannte Überbestand nicht abgeschossen, drohe eine Schweinepest.

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21. Oktober 2008, 07:09 Uhr

Bützow - Wildschweine erobern die Wälder und Maisfelder in der Region. „Die Rate der Wildschweine hat stark zugenommen“, sagt Eckhard Hackert vom Forstamt in Schlemmin, relativiert aber auch: „Für diese Jahreszeit ist das völlig normal.“

Es gab in diesem Jahr ohnehin viele Bucheckern und Eicheln. Durch den zunehmenden Maisanbau habe sich das Futterangebot weiter erhöht. Dadurch steige die Vermehrungsrate der Borstentiere überproportional, so Hackert. Die im Frühjahr geborenen Frischlinge seien zu starken Jungtieren herangewachsen, die sich nun in der so genannten Rauschzeit, der Paarungszeit, befinden.

Am 7. November beginnt die Jagd auf Wildschweine. „Die Jäger haben einen Auftrag zu erfüllen, sie müssen den überhöhten Bestand auf ein normales Maß runterdrücken“, sagt der Forstamtsleiter. Das Problem: Die Maisfelder sind riesig, als dass es den Jägern gelingen würde, die Wildschweine in die Enge zu treiben. Durch den weiteren Bau von Biogasanlagen, die Energie aus der Gärung von Mais produzieren sollen, befürchtet Hackert, dass sich die Situation nicht entspannen wird. „In den nächsten Jahren müssen wir eine Lösung finden“, so Hackert.

Sollten sich die Tiere weiterhin so stark vermehren und der Schwarzwildbestand einen bestimmten Wert überschreiten, drohe schlimmstenfalls eine Schweinepest. Eckhard Hackert appelliert deshalb an die Jäger: „So viele Schweine wie möglich schießen.“

Wer die Vermehrung der Borstentiere außerdem fördere, sei der Mensch. „Die Leute füttern die Wildschweine an, die Tiere werden zutraulich“, erzählt Hackert. Solange sich niemand in die Nähe der Frischlinge wage, seien die Schweine vollkommen ungefährlich und friedlich.

„Wildschweine ändern ständig ihren Lebensraum“, sagt der Vorbecker Jäger und Agrarwissenschaftler Dr. Ulrich Bauer. Er habe zwar keine erhöhte Population festgestellt, aber auch er kenne das Problem mit dem Mais. Maisfelder würden es dem Waldbewohner einfacher machen. „Bevor alles abgeerntet wird, dient das Feld als Deckung und Futterquelle“, so Bauer.

Mais sei sehr eiweißarm, sodass Wildschweine ihren hohen Eiweißbedarf decken wollen. Auf der Suche nach tierischem Eiweiß gehen die Tiere auf an Maisfeldern angrenzende Grundstücke und in Gärten. So komme es häufig vor, dass die Borstentiere nachts Gärten zerwühlen.

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